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+ Informationen zum Staat
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thumb Vulkan Osorno,
Región de los Lagos thumb
200px Pichilemu,
Región de O'Higgins.
Südamerikas, der sich annähernd in Nord-Süd-Richtung zwischen den Breitengraden 17° 3′ S und 56° 30′ S, aber in West-Ost-Richtung nur zwischen dem 76. und dem 64. westlichen Längengrad erstreckt. Das Land grenzt im Westen und Süden an den
Pazifischen Ozean, im Norden an
Peru (auf einer Länge von 160 Kilometer), im Nordosten an
Bolivien (861 Kilometer) und im Osten an
Argentinien (5.308 Kilometer) sowie an den
Atlantischen Ozean, die Gesamtlänge der Landesgrenzen beträgt 6.329 Kilometer. Daneben zählen zum Staatsgebiet die im Pazifik gelegene
Osterinsel (Rapa Nui), die Insel
Salas y Gómez, die
Juan-Fernández-Inseln (einschließlich der Robinson-Crusoe-Insel), die
Desventuradas-Inseln sowie im Süden die
Ildefonso-Inseln und die
Diego-Ramirez-Inseln. Ferner beansprucht Chile einen Teil der
Antarktis.
Chile belegt laut UN-Bericht den ersten Platz des
Human Development Index innerhalb Lateinamerikas.
+ Etymologie
Die Herkunft des Wortes Chile ist nicht eindeutig nachgewiesen. Die verbreitetste Erklärung ist, dass sich das Wort aus der
Sprache der Aymara herleitet. Dort bedeutet das Wort chilli „Land, wo die Welt zu Ende ist“. Dies würde durch die Tatsache unterstützt, dass die ersten Spanier, die nach Chile kamen, von den Siedlungsgebieten der
Aymara aus aufbrachen. Die Spanier bezeichneten seit Anbeginn der
Kolonisation Südamerikas das Land südlich der
Atacamawüste mit dem Namen Chile. In den chilenischen Schulen wird außerdem noch die Variante gelehrt, dass Chile die lautmalerische Bezeichnung eines Vogels namens
Trile sein könnte.
Eine weitere, wenig verbreitete Theorie nennt die
Inka-
Sprache Quechua als Ursprung. Die maximale Ausdehnung des
Inkareichs reichte bis zum Gebiet des heutigen
Santiago, woraufhin die
Inka das Land südlich des
Río Aconcagua in Anlehnung an das relativ kalte Klima und die schneebedeckten
Anden tchili nannten, was Schnee bedeutet.
Als gesichert hingegen gilt, dass die Landesbezeichnung Chile nicht auf die (spanisch gleichnamige)
Chilischote zurückzuführen ist. Dieses Wort stammt aus der mittelamerikanischen
Aztekensprache
Nahuatl. Die Chili (und die daraus gemachte
Salsa) heißt im chilenischen Spanisch ají (siehe auch:
Beispiele für Unterschiede im Wortschatz und
Lateinamerikanische Modismen).
+ Physische Geographie
→ Hauptartikel:
Physische Geographie ChilesChile ist ein Land, das sich auf dem südamerikanischen Kontinent über 4275 Kilometer in Nord-Süd-Richtung entlang der
Anden und des
Pazifischen Ozeans erstreckt (zählt man den antarktischen Teil hinzu, circa 8000 Kilometer), aber durchschnittlich nur circa 180 Kilometer breit ist. Die engste Stelle beträgt im kontinentalen Chile (ohne Antarktis) 90 Kilometer, die breiteste Stelle etwa 440 Kilometer. Die Längenausdehnung Chiles entspricht auf Europa und Afrika übertragen in etwa der Entfernung zwischen der Mitte Dänemarks und der Sahara.
Aufgrund der langen Nord-Süd-Ausdehnung über mehr als 39
Breitengrade, aber auch der beträchtlichen Höhenunterschiede in West-Ost-Richtung weist Chile eine große Vielfalt an Klima- und Vegetationszonen auf.
Reliefgeologie
Stark vereinfacht besteht Mittel- und Südchile aus zwei parallelen Gebirgszügen mit Nord-Südverlauf: den Anden im Osten und dem niedrigeren Küstenbergzug (Küstenkordillere, Cordillera de la Costa) im Westen. Dazwischen liegt das Zentraltal (Valle Central) mit dem Hauptteil der Bevölkerung, des Ackerlands und des Weinbaus. Die Höhe von
Kordillere, Zentraltal und Anden nimmt im Mittel von Norden nach Süden ab, so dass das Zentraltal südlich der Stadt
Puerto Montt, die etwa 1.000 Kilometer südlich von Santiago liegt, unter den Meeresspiegel abtaucht. Die Küstenkordillere, von der nur noch die Bergspitzen aus dem Wasser ragen, wird gleichzeitig zur Inselkette. In dieser Region lässt sich deswegen eine einzigartige
Fjord- und Insellandschaft entdecken.
Im Norden Chiles dagegen gibt es kein ausgeprägtes Zentraltal, das heißt, die Landschaft steigt von der Küste kommend zunächst steil an und bildet dann ein etwa 1000 bis 1500 Meter hohes Plateau bis zum Fuße der Anden.
Das chilenische Relief lässt sich geotektonisch grob in drei Bereiche einteilen: die Anden im Osten, den Übergangsbereich (
Pampa del Tamarugal und
Valle Longitudinal) sowie das Küstengebirge (
Cordillera de la Costa).
Die chilenischen Anden, die nur an wenigen Stellen die 2000-Meter-Höhenlinie unterschreiten, unterteilen sich hinsichtlich ihrer geologisch-tektonischen Struktur von Nord nach Süd in vier größere Blöcke.
Im Großen Norden (Norte Grande) des Landes zieht sich eine etwa 1000 Kilometer lange Kette
rezenter Stratovulkane von der Grenze zu Peru (etwa am 17. südlichen Breitengrad) bis zum höchsten Berg des Landes, dem ruhenden Vulkan
Ojos del Salado (6893 m), der südlich des 27. Breitengrades in etwa auf der Höhe der Stadt
Copiapó liegt.
Im Kleinen Norden (Norte Chico) zwischen dem 27. und 33. Breitengrad, der etwas nördlich der Hauptstadt
Santiago de Chile verläuft, befindet sich die durchschnittlich 5000 m hohe Hochkordillere, die frei von jungem Vulkanismus ist.
* Von Santiago de Chile über den gesamten Kleinen Süden (Sur Chico) bis etwas südlich der Stadt Puerto Montt (42. Breitengrad) setzt mit dem 6550 m hohen Vulkan
Tupungato erneut eine langgestreckte Vulkankette ein, die aber nach Süden schnell an Höhe verliert.
* Im Großen Süden (Sur Grande), der bis zur Insel
Feuerland reicht, gibt es nur noch wenige isolierte Vulkane, und die Höhe von 3000 Metern wird nur noch selten überschritten. Hier dominiert der glaziale Formenschatz mit
Gletscherseen,
Karen und Fjorden das Landschaftsbild. Das Gebirge
Cordillera Darwin bildet den letzten großen Gebirgszug vor dem Ende Südamerikas.
Der Übergangsbereich zwischen Küstenkordillere und den Anden lässt sich in zwei Bereiche untergliedern: die Pampa del Tamarugal im Norden und das Valle Longitudinal (auch Valle Central) im zentral-südlichen Bereich. Beide sind ausgeprägte Graben-Systeme. Die Pampa del Tamarugal erstreckt sich direkt entlang der nördlichen Vulkankette, während das etwas tiefer gelegene Valle Longitudinal der südlichen Vulkankette folgt und bei Puerto Montt (41° 30′ S) ins Meer abtaucht.
Die Küstenkordillere erstreckt sich mit einer kurzen Unterbrechung südlich der Insel
Chiloé über die gesamte Westseite des Landes. Sie steigen im Norden des Landes zwischen
Arica und
Chañaral (26. Breitengrad) als Steilküste unmittelbar auf 1000 m ü. M. (stellenweise über 2000 m ü. M.) an. Da die wenigen Flüsse in diesem Raum aufgrund des extrem
ariden Klimas nicht die Kraft zum Durchbruch haben, wird sie hier nur von wenigen Tälern durchschnitten. Die Talsysteme häufen sich erst südwärts von Chañaral. Das Küstengebirge flacht nach Süden hin ab und erreicht im kleinen Süden schließlich nur noch an wenigen Stellen Höhen über 1.000 m. Die Küstenkordillere setzt sich ab dem 44. Breitengrad (
Chonos-Archipel) als Inselkette fort.
Etwa 160 Kilometer vor der chilenisch-peruanischen Küste im Pazifik liegt der
Atacamagraben (Chilegraben) mit maximal 8065 Metern Tiefe. Vor fast der gesamten chilenischen Küste bis ungefähr zur Halbinsel
Taitao liegt die
Nasca-Platte. Diese
tektonische Platte ist die Ursache vieler schwerer
Erdbeben und
Tsunamis in Chile. Sie faltet die Anden auf.
Berge
thumb Atacamawüste.
Ojos del Salado (6.893 m), welcher gleichzeitig der höchste Vulkan der Welt ist.
Im Folgenden sind die bekanntesten Berge Chiles aufgelistet:
*
Nevado Ojos del Salado, 6.893 m, III. Region (
Región de Atacama)
Volcán Llullaillaco, 6.739 m, II. Region (
Región de Antofagasta)
Cerro Tupungato, 6.550 m, Hauptstadt-Region (
Región Metropolitana)
Volcán Parinacota, 6.342 m, I. Region (
Región de Tarapacá)
Volcán Licancábur, 5.916 , II. Region (
Región de Antofagasta)
Descabezado Grande, 3.830 m, VII. Region (
Región del Maule)
Torres del Paine, 2.800 m, XII. Region (
Región de Magallanes y de la Antártica Chilena)
Volcán Villarrica, 2.840 m, IX. Region (Región de la Araucanía)
Volcán Osorno, 2.652 m, X. Region (Región de los Lagos)
Volcán Cerro Hudson, 1.905 m, XI. Region (
Región de Aisén)
Flüsse und Seen
Aufgrund der besonderen Struktur des Landes gibt es in Chile keine längeren Flüsse. Der längste Fluss ist der
Río Loa mit 443 Kilometern. Im Norden des Landes verhindert zusätzlich die extreme Trockenheit der
Atacamawüste das Aufkommen größerer Wasserläufe. Die wenigen Flüsse im großen Norden, die dauerhaft Wasser führen, werden daher aus den Schnee- und Eisflächen der Gipfelregionen der Anden genährt. Gemäß den zunehmenden Niederschlägen nimmt nach Süden hin das mitgeführte Wasservolumen der Flüsse zu. Die Flüsse in Chile spielen wirtschaftlich in erster Linie für die Energiegewinnung und zu kleineren Teilen auch für den Tourismus (Lachsfischerei, Abenteuer-Tourismus) eine größere Rolle. Die wichtigsten Flüsse von Nord nach Süd sind folgende:
*
Río Lauca, 160 km, XV. Region (Región de Tarapacá)
Río Lluta, 167 km, XV. Region (Región de Tarapacá)
Río Loa, 443 km, II. Region (Región de Antofagasta)
Río Copiapó, 162 km, III. Region (Región de Atacama)
Río Elquí, 170 km, IV. Region (Región de Coquimbo)
Río Choapa, 160 km, IV. Region (Región de Coquimbo)
Río Aconcagua, 142 km, V. Region (Región de Valparaíso)
Río Maipo, 250 km, Hauptstadt-Region und V. Region (Región Metropolitana, Región de Valparaíso)
Río Mapocho, 120 km, Hauptstadt-Region (Región Metropolitana)
Río Cachapoal, 172 km, VI. Region (Región O´Higgins)
Río Maule, 240 km, VII. Region (Región Maule)
Río Biobío, 380 km, VIII. Region (Región del Biobío)
Río Imperial, 52 km, IX. Region (Región de la Araucanía)
Zu den chilenischen Seen zählen im Norden die
Salzseen, deren größter und bekanntester der
Salar de Atacama (3000 Quadratkilometer) ist. Ganz im Norden liegt einer der höchstgelegenen Seen der Welt der
Lago Chungará mit 21,5 Quadratkilometern auf rund 4500 Meter Höhe.
thumb Lago Chungará und Vulkan
Parinacota Temuco bis nach
Puerto Montt in folgender Reihenfolge:
*
Lago Colico, 56 km², IX. Region (Región de la Araucanía)
Lago Caburga, 51 km², IX. Region (Región de la Araucanía)
Lago Villarrica, 176 km², IX. Region (Región de la Araucanía)
Lago Calafquén, 120 km², IX. Region (Región de la Araucanía) und X. Region (Región de los Lagos)
Lago Panguipulli, 116 km², X. Region (Región de los Lagos)
Lago Riñihue, 77 km², X. Region (Región de los Lagos)
Lago Ranco, 401 km², X. Region (Región de los Lagos)
Lago Puyehue, 156 km², X. Region (Región de los Lagos)
Lago Rupanco, 223 km², X. Region (Región de los Lagos)
Lago Llanquihue, 860 km², X. Region (Región de los Lagos)
Im großen Süden liegt der größte chilenische See, der
Lago General Carrera (970 Quadratkilometer, XI. Region (Aisén)), welcher den westlichen Teil des argentinischen
Lago Buenos Aires bildet.
Naturräumliche und klimatische Gliederung
Chile liegt auf der Südhalbkugel, weshalb die Jahreszeiten um ein halbes Jahr im Vergleich zur Nordhalbkugel verschoben sind und Mond und Sterne am Firmament andersherum wandern. Das Land lässt sich klimatisch in drei Zonen einteilen: Nord-, Mittel- und Südchile.
thumb San Pedro de Atacama Ojos del Salado. Zwischen der Küste und der westlichen Anden-Hauptkette erstreckt sich die
Atacamawüste. Diese
Wüste ist eines der trockensten Gebiete der Erde; oft fällt jahrelang kein Regen. Die Wüste war in der Vergangenheit für ihre großen
Salpetervorkommen bekannt, während dort heute vor allem
Kupfer gefördert wird. Die größte und wichtigste Stadt dieser Region ist die Hafenstadt
Antofagasta (310.000 Einwohner).
In Mittelchile herrscht ein dem Mittelmeerraum vergleichbares Klima. Diese Region ist sehr fruchtbar und dicht besiedelt. Hier befindet sich die Hauptstadt
Santiago de Chile mit rund 5 Millionen Einwohnern. Daneben sind
Valparaíso (Seehafen und Parlamentssitz, 280.000 Einwohner),
Viña del Mar (beliebter Urlaubsort, 320.000 Einwohner) und
Concepción (Zentrum der Landwirtschaft und Industrie, 216.000 Einwohner) von Bedeutung. Der Raum nördlich von Santiago wird „kleiner Norden“, der südlich von Santiago „
kleiner Süden“ genannt.
thumb Kap Hoorn Feuerland, die sich Chile mit dem Nachbarland Argentinien teilt.
Auf der Feuerland vorgelagerten Insel
Isla Hornos befindet sich mit
Kap Hoorn der südlichste Punkt Chiles und Südamerikas.
In West-Ost-Richtung gliedert sich das Land in einen schmalen Küstenstreifen, der nach Süden breiter wird, und die westliche Anden-Kette entlang der Grenze zu Bolivien und Argentinien.
;Besonderheiten des Klimas
Insgesamt wird das Klima Chiles stark durch den
Humboldt-Meeresstrom entlang der Küste beeinflusst. Dieser fließt von Süden nach Norden und transportiert kaltes Meereswasser aus der
Antarktis. Während zum Vergleich Nordeuropa vom warmen
Golfstrom profitiert, liegen die Wassertemperaturen in Chile bei analogem
Breitengrad (Nord-/Südkoordinate) deutlich niedriger. In
Punta Arenas (Südchile) – das etwa gleich weit vom Äquator entfernt liegt wie Hamburg – beträgt die mittlere Tagestemperatur im Sommer 12 Grad Celsius.
Eine Besonderheit des chilenischen Klimas ist der
El-Niño-Effekt, auch Südliche Oszillation genannt. Dieses Klimaphänomen betrifft zwar hauptsächlich Länder wie Peru oder Indonesien, aber auch in Chile ist er etwa alle sieben Jahre wirksam und führt hier zu vermehrten Niederschlägen im Vergleich zu Normaljahren.
Flora und Fauna
Flora
thumb Honigpalme (Jubaea chilensis).
Vegetationszonen. Im Bereich der
Atacamawüste wächst wenig. Bewuchs gibt es nur in Küstennähe oder im Bereich der
Anden. Hier wachsen sehr viele verschiedene
Kakteenarten,
Sukkulenten und
Zwergsträucher. Allerdings kommt es alle paar Jahre zu Regenfällen in der Wüste, sodass große Wüstenflächen für wenige Tage von Millionen von Blumen überzogen sind.
Südlich der Wüste folgt die
Steppe mit trockenem Grasland und in den Anden wächst die steinharte
Yareta (Azorella yareta), auch „Andenpolster“ genannt. In den trockenen Gebieten wächst der „
Boldo-Strauch“ (Peumus boldus). An den Küstengebirgen und in den Anden gibt es
Nebelwälder („hydrophile Wälder“), wo zum Beispiel ein
Baumfarn (span. „Helecho arborescente“) wächst.
Die
Weinanbaugebiete beginnen im Bereich des Flusses
Río Elquí, außerhalb des Flusstals gibt es dagegen nur Dornensträucher und Kakteen.
In Zentralchile wächst die
Honigpalme (Jubaea chilensis). Die Araukarie (Araucaria araucana) ist der heilige Baum der
Mapuche, ihre großen Samen dienten ihnen zur Ernährung. In Chile gibt es auch zahlreiche große
Eukalyptus-
Plantagen.
Bild:Lapageria rosea.jpg| Chilenische Wachsglocke
(Lapageria rosea)
Bild:Nothofagus pumilio.jpg| Lenga-Südbuche
Bild:Zweig einer Araukarie.jpg|Chilenische Araukarie.
In Südchile gibt es große Wälder, die dem
gemäßigten Regenwald zugeordnet werden. Sie setzen sich vorwiegend aus
Zypressen,
Kiefern und
Lärchen zusammen, ebenso sind
Antarktische Scheinbuchen (Nothofagus antarctica) und
Pappeln weit verbreitet.
In der XI. Region Aisén gibt es Wälder mit:
Lenga-Südbuche (Nothofagus pumilio)
Coihue-Südbuche (Nothofagus dombeyi)
Arrayán-Myrtenbäumen (Luma apiculata)
Aextoxicon punctatum der unter anderem in Chile Olivillo heißt.
Notro-Baum (
Embothrium coccineum)
Chilenische Scheinulme (Eucryphia cordifolia)
Kerzenbaum (
Maytenus boaria)
Die „Nationalblume“ Chiles ist die rote
Chilenische Wachsglocke (Lapageria rosea), sie heißt in Chile „Copihue“, ist eine
Kletterpflanze.
Patagonien bildet eine weite
Steppe und
Tundra. Große Teile der Region Aisén und der Region Magallanes sind bereits
vergletschert, sodass hier keine Vegetation mehr anzutreffen ist.
Feuerland ist von großen
Mooren durchzogen. Hier halten sich nur noch wenige Baumarten, wie die
Lenga-Südbuche, die
Magellan-Südbuche (Nothofagus betuloides), oder die
Coihue-Südbuche (Nothofagus dombeyi).
Fauna
thumb
In den Steppengebieten sind
Guanakos, die zur Familie der
Kamele gehören, weit verbreitet. In den Andenregionen leben
Vikunjas und der
Huemul, der als Nationaltier Chiles zusammen mit dem
Andenkondor im Staatswappen dargestellt ist.
Der
Chinchilla, ein Nagetier, lebt ebenfalls in gebirgigen Steppenlandschaften, sowie der
Puma. Die Wälder bieten Platz für
Hirsche,
Chilenische Waldkatzen,
Füchse und für
Kolibris.
Der
Humboldt-Pinguin,
Pelikane und
Mähnenrobben leben selbst an den kalten Küsten Nordchiles, Mähnenrobben und
Magellan-Pinguine im eisreichen Süden.
Über fast den ganzen Bereich Chiles ist der majestätische Andenkondor verbreitet, einer der größten Vögel der Welt. Die großen
Salzseen beherbergen tausende
Flamingos.
Im kargen Süden
Feuerlands leben
Eulen,
Magellan-Füchse und
Darwin-Nandus. Sehr häufig anzutreffen sind
Strauchratten (Degus), das sind kleine, ausschließlich in Chile heimische und vom Aussehen her rattenähnliche Nagetiere aus der Familie der
Trugratten, die mit drei Arten fast das ganze Land bewohnen. Sie leben in Erdhöhlen in Kolonien und nehmen im
Ökosystem die Nische ein, die in Deutschland die Wildkaninchen innehaben.
+ Bevölkerung
Bevölkerungsdichte
thumb
thumbAm dichtesten besiedelt ist der Großraum
Santiago de Chile, wo etwa die Hälfte der chilenischen Einwohner lebt. Die Stadt selbst hat etwa 5,5 Millionen Einwohner; sie beherbergt also in etwa ein Drittel aller Einwohner Chiles. Nördlich und vor allem südlich davon erstrecken sich landwirtschaftlich genutzte und dicht besiedelte Gebiete in der Ebene zwischen den Hauptketten der Anden. Nur 100 Kilometer westlich von Santiago liegt der Großraum um die Hafenstadt
Valparaíso mit etwa einer Million Einwohnern.
Nach Norden und Süden verringert sich die Bevölkerungsdichte immer stärker. Die Wüstengebiete des äußersten Nordens und die rauen, stürmischen Gebiete im Süden sind aufgrund der ungünstigen klimatischen Bedingungen nur sehr dünn besiedelt.
Ethnische Zusammensetzung
Die chilenische Bevölkerung ist durch einen hohen Grad an Homogenität gekennzeichnet. Die Chilenen mit europäischen Vorfahren und
Mestizen bilden rund 95,4 Prozent der Bevölkerung. 4,6 Prozent wird durch die indigene Bevölkerung gebildet. Davon sind 93 Prozent
Mapuche, 5 Prozent
Aymara und 2 Prozent
Rapanui.
Während der Kolonialzeit wurde Chile durch Einwanderer aus allen Regionen Spaniens besiedelt. Im frühen 19. Jahrhundert wanderten englische und irische sowie
deutsche Siedler nach Chile. Die ersten Deutschen trafen 1843 ein und siedelten sich später vor allem im Gebiet um den
Llanquihue-See und in
Valdivia,
Osorno, sowie
Puerto Montt an. Der Bevölkerungsanteil an Deutschen beziehungsweise Deutschstämmigen beträgt etwa 500.000 - 600.000.
[ German Embassy in Chile.] Weitere Einwanderer kamen aus Frankreich, Italien, Kroatien und Palästina bzw. dem Nahen Osten.
Rund 5 Prozent der Bevölkerung gehören (laut Volkszählung 2002) zu den
indigenen Völkern. Rund 80 Prozent der 600.000 Ureinwohner gehören zum Volk der
Mapuche, das in der Region zwischen den Flüssen
Bío-Bío und
Toltén lebt und dort einen Bevölkerungsanteil von 23 Prozent besitzt. Das Volk der Mapuche, das früher zusammen mit anderen Völkern der Region auch unter der (von den Mapuche selbst abgelehnten) Sammelbezeichnung Araukaner bekannt war, lässt sich in
Pichunchen,
Pewenchen und
Huillichen unterteilen. Ihre Sprache, das
Mapudungun, wird seit wenigen Jahren als Ergänzungsfach in der Schule gelehrt und für eine tägliche Nachrichtensendung im lokalen Fernsehen auf Canal 13 Temuco verwendet. Trotz dieser Errungenschaften bleibt die traditionelle Lebensweise der Mapuche durch die liberale Wirtschaftsordnung gefährdet. Ihr Lebensraum, der traditionell als
Kollektiveigentum organisiert ist, wurde durch die Privatisierung meistbietend an Konzerne verkauft. Die Mapuche selbst müssen oft in die Großstädte abwandern, um bezahlte Arbeit zu suchen. Im südlichen Teil von Zentralchile gibt es außer den Mapuche kleinere Bevölkerungsteile der
Pehuenches.
Im nördlichen Teil Chiles leben kleinere Stämme von
Quechuas,
Aymaras,
Changos,
Atacameños,
Diaguitas und
Kollas. Im äußersten Süden Chiles leben noch kleine Bevölkerungseinheiten von
Selk'nam,
Kawéskar,
Yaganen,
Caucahues sowie
Tehuelches. Außerdem leben rund 5.000
Polynesier (
Rapanui) auf der
Osterinsel.
Die Einfuhr schwarzer Sklaven nach Chile war zu allen Zeiten sehr gering. Die Mehrheit von ihnen konzentrierte sich auf die Städte
Santiago de Chile,
Quillota und
Valparaíso. Im Laufe der Jahrhunderte vermischten sich die Schwarzen mit den Weißen und Mestizen, so dass heute das afrikanische Element in Chile fast völlig verschwunden ist. Eine Ausnahme bildet die Stadt
Arica in der Provinz Tarapacá. Arica wurde 1570 gegründet und gehörte bis 1883 zu
Peru. Die Stadt zählte zu den peruanischen Einfuhrzentren für afrikanische Sklaven. Von hier aus wurde auch ein großer Teil der bolivianischen Handelsgüter auf europäische Schiffe verladen. Arica lag mitten in der Wüste und bildete – Dank der hervorragenden Anbaumöglichkeiten von Zuckerrohr und Baumwolle im
Azapatal – eine Oase. Die vielen Erdbeben, Piratenüberfälle und der Ausbruch von
Malariaepidemien führten dazu, dass viele Weiße die Stadt verließen. So entwickelte sich mit der Zeit eine mehr oder weniger isolierte afro-chilenische
Enklave. Chile erklärte sich 1811 als erster Staat in Südamerika gegen die
Sklaverei und schaffte sie 1823 endgültig ab.
In den vergangenen Jahren suchten Arbeiter aus Peru und
Bolivien ihr Glück in Chile. Die Peruaner haben große Erfolge in der Verbreitung der peruanischen Küche in Chile erreicht
[http://www.elcomercio.com.pe/ediciononline/HTML/2008-06-06/en-ochenta-cocina-peruana-comenzo-hacerse-campo-chile.html]. 2007 gab die Regierung ein Amnestie-Erlass heraus für die jenigen Ausländer, meistens aus Peru, die ohne Aufenthaltserlaubnis im Land arbeiteten
[http://news.bbc.co.uk/hi/spanish/latin_america/newsid_7057000/7057528.stm]. Die
Wirtschaftskrise in Argentinien zwang auch Argentinier zur Arbeitssuche im Nachbarland. Eine kleine Gruppe von Einwanderern kommt aus Asien, vor allem aus Korea, und lebt im Großraum Santiago.
Sprache
Die Amtssprache ist
Spanisch, wobei das in Chile gesprochene Spanisch stark regional gefärbt ist. So wird zum Beispiel s am Silbenende zu einem Hauchlaut. Außerdem werden die einzelnen Wörter gerne kontrahiert, wobei die Wörter ineinander übergehen. Für manche deutsche Ohren klingt das chilenische Spanisch daher genuschelt. Zahlreiche in Chile verwendete Begriffe wurden aus den Sprachen der Einwanderer übernommen (zum Beispiel closet oder kuchen). In Chile herrscht
Seseo vor.
Englisch ist nur wenig verbreitet, weil gute Sprachkenntnisse nur an Privatschulen vermittelt werden.
Im Süden Chiles (IX. und X. Region) wird auch vereinzelt deutsch gesprochen.
Die bekannteste indigene Sprache ist
Mapudungun der
Mapuche in Südchile, daneben sind in Nordchile
Aymara und auf der
Osterinsel Rapanui verbreitet.
Siehe auch:
Indigene Völker Südamerikas Religion
Das Land ist sehr katholisch geprägt, Staat und Kirche sind erst seit 1925 getrennt. Der kirchliche Einfluss auf das gesellschaftliche Leben, das Rechtswesen (besonders das
Familienrecht) und die Kultur- und Medienwelt ist noch immer recht stark. So gehört etwa der größte Privatsender des Landes der katholischen Kirche. Eheliche und uneheliche Kinder werden erst seit 1998 rechtlich gleichbehandelt, das chilenische
Eherecht sieht erst seit November 2004 eine Möglichkeit der
Scheidung vor, und
Abtreibungen sind nach wie vor strikt verboten.
Bei der Volkszählung 2002 rechneten sich 7.853.000 Befragte (69,96 Prozent) zur
römisch-katholischen Kirche, die somit die zahlenmäßig stärkste Religionsgemeinschaft des Landes bildet. Die kirchliche Verwaltungsstruktur besteht aus fünf
Kirchenprovinzen mit 26
Bistümern und 920 Pfarreien. Rund 15 Prozent der Chilenen gehören
protestantischen Glaubensgemeinschaften an; durch den weit verbreiteten
pfingstlerischen Einfluss ist der Anteil evangelischen Einwohner vor allem in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. An weiteren Optionen wurden
Agnostizismus (8,3 Prozent) und indianischer
Schamanismus genannt (letzterer ist nur unter Ureinwohnern vertreten). Kleinere Glaubensrichtungen bilden die
Zeugen Jehovas (1,06 Prozent), die
Mormonen (0,92 Prozent),
Juden (0,13 Prozent) und andere.
+ Geschichte
→ Hauptartikel:
Geschichte Chiles Präkolumbische und Kolonialgeschichte
thumb Historienbild der Gründung von
Santiago de Chile durch
Pedro de Valdivia 1541.
Inkareich. Im Jahr 1520 entdeckte der
Portugiese Ferdinand Magellan während seines Versuches, die Erde zu umsegeln, die nach ihm benannte
Magellanstraße, die an der heutigen Südspitze Chiles liegt. Die nächsten Europäer, die das heutige Chile erreichten, waren
Diego de Almagro und seine Gefolgschaft, die 1535, von Peru kommend, nach Gold suchten, aber von der lokalen Bevölkerung zurückgetrieben wurden. Die erste permanente Siedlung der Europäer war das 1541 durch
Pedro de Valdivia gegründete
Santiago. Seit 1542 war Chile Bestandteil des spanischen
Vizekönigreiches Peru.
Da die Spanier wenig Gold und Silber fanden, war Chile aufgrund seiner abgeschiedenen Lage eher eine wenig beachtete Kolonie für die spanische Krone. Die große Atacamawüste behinderte den direkten Weg nach Peru. Erst später wurde Chile durch landwirtschaftliche Produkte für die anderen spanischen Besitzungen ein wichtiger Versorgungspartner.
Chile beherbergte verschiedene Volksgruppen, die lange Zeit fälschlicherweise unter dem Begriff Araukaner subsumiert wurden. Im Süden leisteten die
Mapuche in zahlreichen Kriegen erbitterten Widerstand. Der Konflikt, der als
Arauco-Krieg (Guerra de Arauco) bezeichnet wird, verhinderte eine spanische Besiedlung der südlichen Hälfte Chiles nachhaltig. Die meisten Städte, Ansiedlungen und Forts wurden kurz nach ihrer Errichtung von den Kampfverbänden der Ureinwohner überrannt und wieder zerstört. Ab 1602 bildete der Fluss
Bío Bío faktisch die Grenze zum Mapuchegebiet. Der andauernde Widerstand der Ureinwohner zwang die Spanier 1641 zur Anerkennung einer unabhängigen Mapuche-Nation im Vertrag von Quillín. Darin wurde der Bío-Bío-Fluss als Grenze festgeschrieben und dem Volk der Mapuche Souveränität zugebilligt, ein in der Geschichte indigener Bevölkerungen in Südamerika einzigartiger Vorgang. Zwar kam es auch danach immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen und glücklosen Eroberungsversuchen, doch hatte die Grenzziehung im Wesentlichen bis zum Ende der Kolonialzeit Bestand. Erst im Rahmen der 1861 von Präsident
José Joaquín Pérez ausgerufenen so genannten „Befriedung Araukaniens“ wurde der Mapuche-Aufstände mithilfe chilenischer und argentinischer Truppen gewaltsam unterworfen und im Jahre 1883 endgültig an Chile angegliedert.
Neben den indianischen Angriffen behinderten schwere
Erdbeben,
Tsunamis und
Vulkanausbrüche die Entwicklung des Landes. Viele Städte wurden komplett zerstört, wie beispielsweise
Valdivia 1575 und
Concepción 1570. Die chilenischen Küstenstädte waren im 16. und 17. Jahrhundert häufigen Angriffen englischer Piraten ausgesetzt.
1609 wurde das
Generalkapitanat Chile gegründet, dieses war jedoch abhängig vom
Vizekönigreich Peru. 1778 wurde Chile zum eigenständigen Generalkapitanat mit Handelsfreiheit innerhalb des spanischen Königreiches.
Unabhängigkeitskrieg und Entstehung der Republik
thumb
Der Drang nach Unabhängigkeit kam auf, als 1808 Spanien von
Napoleons Bruder
Joseph regiert wurde. Am 18. September 1810 wurde eine
Junta ins Leben gerufen, die die Treue Chiles zum abgesetzten König
Ferdinand VII. erklärte, und zwar als eine autonome Provinz innerhalb des spanischen Königreichs. Dieses Datum feiert man in Chile als den Beginn der Unabhängigkeit. Wenig später erklärte Chile seine totale Losbindung von Spanien und der Monarchie.
1814, nach dem
Spanischen Unabhängigkeitskrieg, übernahm Spanien wieder die uneingeschränkte Macht in Chile. Die Spanier wurden aber in der
Schlacht von Chacabuco durch ein chilenisch-argentinisches Heer unter General
José de San Martín geschlagen. In der
Schlacht von Maipú 1818 brach der spanische Widerstand endgültig zusammen. San Martín verzichtete zugunsten von
Bernardo O’Higgins auf das Präsidentenamt und so wurde O’Higgins das erste Staatsoberhaupt Chiles.
O'Higgins selbst wurde gestürzt und ging 1823 ins Exil nach Peru. Sein Nachfolger
Ramón Freire y Serrano konnte seine politische Macht nicht richtig festigen und wurde von
Francisco Antonio Pinto Díaz 1828 gestürzt. Er führte eine liberale Verfassung ein, was den Zorn der Konservativen hervorrief. Am 17. April 1830 stürzte
Diego Portales Palazuelos (dessen Leichnam 2005 in einem bis dahin unbekannten, zugemauerten Hohlraum der Kathedrale von Santiago in sehr gutem, einbalsamierten Zustand gefunden wurde) in der Schlacht von Lircay die Regierung. Portales regierte (indirekt) bis August 1831 mit diktatorischen Mitteln. Im Jahre 1833 entstand mit Hilfe Portales eine streng präsidiale Verfassung. Diese stark zentralistische Verfassung gewährte Chile eine lange Zeit der Stabilität (1833–1891).
Von 1836 bis 1839 kam es zum
Peruanisch-Bolivianischen Konföderationskrieg mit
Bolivien und
Peru, den die Chilenen gewannen.
Am 17. September 1865 erklärte Chile
Spanien den Krieg (
Spanisch-Südamerikanischer Krieg), nachdem Spanien versucht hatte, die peruanische Ex-Kolonie zurückzuerobern. Es kam daraufhin zu den Seegefechten bei Papudo, sowie Abtao vor der Insel Chiloé. Am 5. Dezember 1865 verbündete sich auch
Peru mit Chile, um den gemeinsamen Feind zu bekämpfen. Die Spanier beschossen am 31. März 1866 die Stadt
Valparaíso massiv. Die spanische Herrschaft war 1866 praktisch beendet. Der Konflikt mit Spanien konnte aber erst in Verträgen von 1871 und 1883 endgültig gelöst werden.
Im Verlaufe des 19. Jahrhunderts wanderten verstärkt auch nicht-spanische Europäer nach Chile ein, darunter Deutsche, deren Spuren noch heute vor allem im südlichen Mittelteil des Landes zu sehen sind (
Valdivia,
Osorno,
Puerto Montt,
Puerto Varas,
Frutillar,
Puerto Natales).
Salpeterkrieg
thumb Seegefecht vor Iquique am 21. Mai 1879 im
Salpeterkrieg Salpeterkrieg, 1879 bis 1884, eroberte Chile Teile der bis dahin zu den Nachbarländern Peru und Bolivien gehörenden Atacamawüste. Dadurch verlor Bolivien seinen freien Zugang zum Pazifik. In den eroberten Gebieten wurden später große Kupfervorkommen gefunden.
Chuquicamata, die größte Kupfer-Tagebau-Mine der Welt, befindet sich in diesem Gebiet.
Bürgerkrieg von 1891
1891 widersetzten sich Parlament und Marine dem Präsidenten
José Manuel Balmaceda; es kam zum Bürgerkrieg. In diesem Konflikt starben rund 6.000 Menschen. Balmaceda verlor zwei größere Schlachten und beging am 18. September 1891 Selbstmord. Das bis dahin präsidial geprägte Regierungssystem wurde nach dem Sieg der Kongressanhänger durch ein
parlamentarisches System ersetzt, bis 1916 wiederum ein
präsidentielles Regierungssystem eingeführt wurde.
Siehe auch:
Baltimore-Zwischenfall Grenzverlauf
thumb
Trotz des
Grenzvertrags mit Argentinien verschärften sich ab 1893 die Grenzstreitigkeiten mit
Argentinien, weil der Vertrag die Grenze "über die höchsten Berge
und die divortium aquarium" zog, aber auf manchen Abschnitten konnten die beiden Bedingungen nicht gleichzeitig erfüllt werden. Im Norden tauschte
Bolivien einen Teil der
Puna gegen
Tarija mit Argentinien, nachdem Chile die Puna-Region im
Salpeterkrieg besetzt hatte. Zwischen Chile und Argentinien kam es zu einem
Wettrüsten. Erst der britische König
Edward VII. konnte den Grenzstreit 1902 schlichten.
Patagonien und
Feuerland wurden neu aufgeteilt, dabei fielen 54.000 Quadratkilometer an Chile und 40.000 Quadratkilometer an Argentinien. Die Grenzstreitigkeiten mit Bolivien wurden 1904 in einem Friedensvertrag endgültig beigelegt. Dieser Vertrag ist völkerrechtlich bis heute bindend und wird von Bolivien und Chile anerkannt.
Erster und Zweiter Weltkrieg
Chile blieb im
Ersten Weltkrieg neutral, die innenpolitische Lage war aber weiterhin instabil. Präsident
Arturo Alessandri Palma, der in Chile ein System der
Sozialversicherung eingeführt hatte, wurde 1924 durch einen Militärputsch entmachtet. Bis 1932 regierte
Carlos Ibáñez del Campo das Land mit diktatorischen Mitteln. 1932 wurde die verfassungsmäßige Ordnung wiederhergestellt, und die
Radikalen erwiesen sich in den folgenden zwanzig Jahren als führende
Partei.
Die
Weltwirtschaftskrise um 1930 traf Chile besonders hart. Die Preise für die wichtigsten Exportgüter
Kupfer und
Salpeter verfielen zusehends. Ab den 1930er Jahren erfolgte eine langsame Erholung des Landes, die 1938 durch einen Putschversuch der
Nationalsozialistischen Bewegung Chiles und das darauffolgende Massaker unterbrochen wurde.
1934 kam es zu einer großen Bauernrebellion in
Ranquil. Die
Mapuche versuchten Teile ihrer angestammten Gebiete zurückzuerobern. Erst der Einsatz der Polizei konnte diesen letzten großen Mapucheaufstand beenden.
Nachdem Chile lange Zeit – auch aus Rücksicht auf die zahlreichen deutschstämmigen Chilenen – im
Zweiten Weltkrieg neutral geblieben war, beschloss 1944 Präsident
Juan Antonio Ríos Morales, an der Seite der Alliierten in den Krieg einzutreten, aber der Einfluss Chiles auf den Kriegsausgang blieb unbedeutend.
Nachkriegszeit
1945 gehörte das Land zu den Gründungsmitgliedern der
Vereinten Nationen und trat 1948 der
OAS bei. Das
Frauenwahlrecht wurde 1949 eingeführt.
thumb
Großer Gegenspieler der Konservativen, die mit ihrem Kandidaten
Jorge Alessandri 1958 zum letzten Mal die Präsidentschaftswahl gewannen, wurden die Christdemokraten, die zwar strikt antikommunistisch, nach europäischen Maßstäben aber in Fragen der
Sozialpolitik gemäßigt links eingestellt waren.
Am 22. Mai 1960 erschütterte das bisher stärkste gemessene
Erdbeben der Welt mit anschließendem
Tsunami die Küsten Chiles und verwüstete besonders die Hafenstadt
Valdivia. Das Beben hatte eine Stärke 9,5 auf der
Richterskala. Es starben mehr als 2000 Menschen.
1964 gewann
Eduardo Frei Montalva als Kandidat der Christdemokratischen Partei die Wahl zum Präsidenten, auch mit Wahlhilfe aus den
USA. Er versuchte unter dem Motto „Revolution in Freiheit“, Sozialreformen mit der Beibehaltung der demokratischen Ordnung zu verbinden und den Spagat zwischen den radikalen Forderungen der Linken und der rigorosen Abwehr von Reformen durch die Rechten zu schaffen. Eine Landreform verteilte über drei Millionen Hektar Großgrundbesitz an Bauerngenossenschaften. Frei scheiterte letztlich mit seinen wichtigsten Reformen, darunter die teilweise Verstaatlichung der Kupferindustrie. 1969 trat Chile als Gründungsstaat der
Andengemeinschaft bei, trat allerdings 1976 wieder aus.
Präsidentschaft Salvador Allende
thumb Salvador Allende thumbDie Kräfte der Linken bildeten 1969 die
Unidad Popular (UP), ein Wahlbündnis, dem neben der Kommunistischen und der Sozialistischen Partei kleine humanistische, linkschristliche und
marxistische Parteien angehörten. Die UP vertrat eine sozialistische Linie, warb für die Verstaatlichung der Industrie und die Enteignung der Großgrundbesitzer. Dieses Bündnis stellte 1970 als Präsidentschaftskandidaten
Salvador Allende auf, der schon zum vierten Mal kandidierte.
Aus den Wahlen von 1970 ging das linke Wahlbündnis Unidad Popular mit 37 % der Stimmen als stärkste Kraft hervor und Salvador Allende wurde zum Präsidenten gewählt. Sein konservativer Gegner,
Jorge Alessandri, kam auf 35,3 %, und der Christdemokrat Radomiro Tomic erzielte 28,1 %. Stichwahlen waren in der damaligen Verfassung nicht vorgesehen. Allende wurde im Parlament mit den Stimmen der Christdemokraten (um Tomic), unter der Voraussetzung, er würde sich streng an die Verfassung und Rechtsstaatlichkeit halten, als Präsident gewählt. Er verstaatlichte in der Folge die wichtigsten Wirtschaftszweige (Bankwesen, Landwirtschaft, Kupferminen, Industrie, Kommunikation) und geriet dadurch in wachsende Konflikte mit der Opposition – obwohl die Verstaatlichungen von der Verfassung gedeckt waren. Zudem stieß der Wahlsieg Allendes in den
USA auf heftigen Widerstand.
Mit dem Sieg der „Volksfrontregierung“ unter marxistischem Einfluss in Chile war nach
Kuba der zweite amerikanische Staat sozialistisch regiert. Dies schien die 1954 von US-Präsident
Eisenhower postulierte
Domino-Theorie zu bestätigen, wonach die Länder Südamerikas nach und nach wie Dominosteine dem Kommunismus anheim fallen würden. US-Außenminister
Henry Kissinger ließ, als der Sieg der linken Kräfte absehbar war, verlauten: „Ich sehe nicht ein, weshalb wir zulassen sollen, dass ein Land marxistisch wird, nur weil die Bevölkerung unzurechnungsfähig ist.“
Bei seinem Amtsantritt hatte Allende also mit Sanktionen und Gegenmaßnahmen der USA zu rechnen. So kam es bereits 1970 zu einem tödlichem Attentat auf General
René Schneider, bei dem die CIA und Außenminister Kissinger massiv beteiligt waren (siehe
CIA-Aktivitäten in Chile).
Durch den Boykott der USA, der westeuropäischen Staaten und der internationalen Konzerne, wurde das politische System derart labil, dass von Teilen des Militärs ein Putsch geplant wurde. Ein erster Putsch des 2. Panzerregiments scheiterte im Juni 1973.
Pinochet als Präsident
thumb Augusto Pinochet Militärputsch gegen die Regierung. Präsident Allende soll im Präsidentenpalast „
La Moneda“ nach glaubhaften Zeugenaussagen und einer späteren Obduktion Selbstmord begangen haben (mit einer von
Fidel Castro geschenkten Kalaschnikow AKM). Hunderte seiner Anhänger kamen in diesen Tagen ums Leben, Tausende wurden inhaftiert. Sämtliche staatlichen Institutionen in ganz Chile waren binnen Stunden vom Militär besetzt. Die Macht als Präsident einer
Junta übernahm General
Augusto Pinochet, der gleichzeitig Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, der Luftwaffe und der Nationalpolizei war.
In den dünn besiedelten Wüstengebieten im Norden Chiles und in Patagonien errichtete das Militär
Konzentrationslager, wo Oppositionelle und deren Sympathisanten nicht selten zu Tode gefoltert oder unter anderem mit Flugzeugen hinaus aufs Meer geflogen und dort hinausgeworfen wurden. Tausende Chilenen gingen daher wegen der fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen ins Exil.
:siehe auch
Folter in ChileKurz nach der Machtübernahme Pinochets begannen auch die USA und die westeuropäischen Staaten wieder, Chile intensiv mit Wirtschaftshilfe zu unterstützen. Die Militärregierung machte die Verstaatlichungen Allendes mit Ausnahme der wichtigen Kupfermine
Chuquicamata rückgängig, führte
neoliberale Wirtschaftsreformen durch und schaffte die Gewerkschaftsrechte ab.
:siehe auch
Wirtschaftliche Entwicklung ChilesIn Deutschland erhielt die Regierung Pinochets lange Zeit aus den Reihen der
Unionsparteien, vor allem der CSU, Unterstützung.
So lobte
Franz Josef Strauß 1977 bei seinem Besuch den Umsturz als „gewaltigen Schlag gegen den internationalen Kommunismus“. Es sei „Unsinn, davon zu reden, daß in Chile gemordet und gefoltert würde“. Die Auseinandersetzung um die Bezeichnung der Militär-Junta als „Mörderbande“ durch den der SPD angehörigen Forschungsminister
Hans Matthöfer anlässlich eines Streits um Wirtschaftshilfe im Jahr 1975 steht exemplarisch für die Gespaltenheit der deutschen Politik in dieser Frage. In den achtziger Jahren wurde auch in der CDU die Kritik an den Menschenrechtsverletzungen des Regime deutlicher, in diese Zeit fällt auch der Chilebesuch von
Norbert Blüm, wo dieser Pinochet im direkten Gespräch damit konfrontierte.
[DER SPIEGEL 32 / 1987. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13523259.html]Insbesondere in der
Colonia Dignidad, einer streng bewachten Siedlung von Deutschstämmigen unter Führung von
Paul Schäfer, wurde gefoltert. Die als Sekte geltende Einrichtung war etwa zehn Jahre vor der Machtübernahme Pinochets gegründet worden und soll während der Militärherrschaft als Folterzentrum für die chilenischen Geheimdienste gedient haben. Darüber hinaus soll sich die Colonia zu einem florierenden Konzern, der u. a. Titan nach Deutschland exportierte, entwickelt haben.
thumb
Im Dezember 1978 verschärfte sich der
Beagle-Konflikt mit Argentinien und es kam zu kriegerischen Drohungen gegen Chile. Die unbewohnten Inseln
Lennox, Picton und Nueva im
Beagle-Kanal wurden zum Streitpunkt, vor allem weil in der Gegend größere Öl-Reserven vermutet wurden. Der Streit erreichte seinen gefährlichsten Höhepunkt am 22. Dezember 1978, als Argentinien die
Operation Soberania startete um die Inseln militärisch zu besetzen und in Kontinental-Chile einzumarschieren. Der Einmarsch wurde gestoppt als die Junta in Buenos Aires einer
päpstlichen Vermittlung zustimmte. Diese Mediation führte nach der Niederlage Argentiniens im
Falklandkrieg zu dem
Freundschafts- und Friedensvertrag von 1984 zwischen Chile und Argentinien, bei dem alle drei Inseln Chile zugesprochen wurden. Die fast endgültige Grenzziehung mit Argentinien am
Fitz-Roy-Massiv wurde am 16. Dezember 1998 vereinbart. Es bleibt bis heute nur noch ein kleiner undefinierter Abschnitt im Bereich des
Campo de Hielo Sur (südliche Eisfelder) übrig. Dieser Bereich beherbergt eines der größten Süßwasserreservoirs Südamerikas.
Während des
Falkland-Krieges 1982 unterstützte Chile
Großbritannien passiv gegen Argentinien, aufgrund der im Jahre 1978 vorausgegangenen Drohungen Argentiniens, in Chile einzufallen. So landete in Chile ein beschädigter britischer Hubschrauber. Bisher ist der Grund seines Aufenthaltes in dieser Region allerdings unbekannt. Des Weiteren half Chile Großbritannien mit Radar- und Spionagetätigkeiten. Der chilenische Exluftwaffenchef Fernando Matthei bestätigte später die geheime Kooperation.
Redemokratisierung
1988 wurde eine Volksabstimmung abgehalten, bei der sich eine Mehrheit (55 %) gegen eine weitere Amtszeit Pinochets aussprach. 1989 fanden die ersten freien Wahlen nach 15-jähriger Diktatur statt, Präsident wurde der Christdemokrat
Patricio Aylwin. Aylwin begann mit bescheidenen Wirtschaftsreformen und bemühte sich, die verfeindeten politischen Lager zu versöhnen, um ein demokratisches Zusammenleben zu ermöglichen. Behutsam begann er mit der Aufarbeitung der Verbrechen der Militärdiktatur: Im November 1993 standen erstmals Offiziere wegen Menschenrechtsverletzungen vor Gericht. Viele Exilanten kehrten zurück in ihre Heimat.
In der allgemeinen Stimmung der Loslösung von der Vergangenheit des Pinochet-Regimes kam es zu Beginn des Jahres 1993 zu Studentenunruhen an der katholischen Universität von
Valparaíso. Trotz einer raschen Zerschlagung dieser Protestbewegung entfachten die Unruhen doch aufs Neue eine Diskussion über das chilenische Bildungswesen nach Pinochet.
thumb
Von 1994 bis 2000 regierte der Christdemokrat
Eduardo Frei Ruiz-Tagle.
Pinochet trat 1998 als Heereschef ab, blieb aber Senator auf Lebenszeit und genoss daher Immunität. Im gleichen Jahr wurde er in
Großbritannien aufgrund eines Haftbefehls des spanischen Richters
Baltasar Garzón verhaftet, konnte aber 1999 aus gesundheitlichen Gründen nach Chile zurückkehren. 2001 wurde er vom chilenischen Richter
Juan Guzmán Tapia angeklagt, 2002 jedoch wegen leichter Demenz als verhandlungsunfähig erklärt, worauf Pinochet auf sein Amt als Senator verzichtete. Weitere Versuche, ihn gerichtlich zu belangen, scheiterten. Er starb am 10. Dezember 2006, ohne je verurteilt worden zu sein.
Im Jahr 2000 wurde der Sozialist
Ricardo Lagos neuer chilenischer Präsident. Er bezwang in einer Stichwahl seinen konservativen Gegner
Joaquín Lavín nur knapp. Mit Lagos zog nach Allende der zweite sozialistische Präsident in die „Moneda“ ein. Lagos machte die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zum Ziel seiner Regierung. Sein Programm sah außerdem die Wiedereinführung der
Tarifautonomie und die Einbindung des Armee-Budgets in den staatlichen Haushalt vor. Lagos verließ im Jahr 2006 das Amt mit einer rückwirkend wirtschaftlich und politisch positiven Bilanz. Den Vorgaben der Verfassung entsprechend konnte Lagos sich nicht direkt wiederwählen lassen, als Nachfolgerin wurde die Sozialistin
Michelle Bachelet zur ersten Präsidentin in der Geschichte des Landes gewählt.
Am 27. Februar 2010 erschütterte ein
massives Erdbeben der Stärke 8,8 Mw auf der
Momenten-Magnituden-Skala den Süden Chiles und zerstörte große Teile der gesamten chilenischen Infrastruktur. Auch Zentral-Chile war stark betroffen. In der Region VI und VII trafen ca. nach 20min hohe Tsunami-Wellen ein und zerstörten ganze Küstenstädte und Gebiete. Auch Wochen nach dem schweren Erdbeben der Stärke 8.8 auf der Richter-Skala wurde das Land von vielen Nachbeben erschüttert. Insgesamt waren in Chile die Regionen III bis IX betroffen.
[http://news.bbc.co.uk/2/hi/americas/8540289.stm]2010 gewann
Sebastián Piñera, nach einer Stichwahl gegen seinen Konkurrenten Frei, die Präsidentschaftswahl. Am 11. März 2010 war sein Amtseintritt. Sebastian Piñera ist der erste rechtsgerichtete Präsident nach fast 20 Jahren.
+ Politik
→ Hauptartikel:
Politisches System Chiles Verfassung
thumb Moneda, Sitz des chilenischen Präsidenten
Präsidialrepublik. Die
Verfassung, die die Militärregierung erarbeitete, stammt aus dem Jahre 1980 und wurde in einer unter großem Druck stattgefundenen und nicht demokratischen Kriterien entsprechenden
Volksabstimmung mit 67 % angenommen. 1989 wurden in einer unter ähnlichen Bedingungen stattgefundenen Volksabstimmung einige Änderungen angenommen. Am 16. August 2005 änderte das chilenische Parlament nochmals die Verfassung in wichtigen Punkten, die durch Pinochet hinzugefügt worden waren.
;Exekutive:
Der Präsident, nach US-amerikanischem Vorbild zugleich Regierungschef, wird für eine vier Jahre andauernde Amtszeit gewählt. Der Präsident kann zwar mehrere Amtszeiten absolvieren, jedoch nicht direkt hintereinander. Er ernennt die Minister (2005: 18 Minister) und Subsekretäre (Vergleichbar mit
Staatssekretären; 2005: 30) sowie die Regional-Intendanten (einen für die Hauptstadtregion und je einen für die Regionen) und Provinzgouverneure (je Provinz einer). Er kann innerhalb eines durch die Verfassung festgelegten Rahmens
Dekrete erlassen, die Gesetzeskraft haben. Zudem kann er zwei so genannte „Institutionelle Senatoren“ sowie die obersten Befehlshaber der Teilstreitkräfte ernennen. Mehr Informationen hierzu unter Senat.
Siehe auch:
Liste der Präsidenten Chiles;Legislative:
Die Legislative (
Congreso Nacional) besteht aus zwei Kammern. Der erste chilenische Kongress wurde am 4. Juli 1811 durch Beschluss (1810) der Regierungs-Junta gebildet.
Die Abgeordnetenkammer (Cámara de Diputados) besteht aus 120 durch direkte Wahl ermittelten Abgeordneten. Das ganze Land wird in 60 Wahlkreise eingeteilt, in denen alle vier Jahre jeweils zwei Abgeordnete gewählt werden. In der Regel wird jeweils ein Abgeordneter von der Regierungspartei und ein Abgeordneter von der Opposition gewählt. Das erstplatzierte Parteibündnis stellt jedoch beide Abgeordnete, wenn es doppelt so viele Stimmen wie das oppositionelle Wahlbündnis erreicht. Dieses
binominale Wahlsystem verhindert, dass kleinere Parteien ins Parlament gewählt werden.
Der Senat (Senado) umfasst 38 Mitglieder. Seit der Verfassungsreform, die am 16. August 2005 beschlossen wurde, werden seit dem 11. März 2006 alle Senatoren direkt von den Wahlbürgern gewählt. Die gewählten Senatoren stammen aus 19 Wahlbezirken. Jede der zwölf Regionen und die Hauptstadtregion besitzen mindestens einen Wahlbezirk. Die V., VII., VIII., IX. und X. Region sowie die Hauptstadtregion werden in jeweils zwei Wahlbezirke aufgeteilt. Alle vier Jahre wird jeweils die Hälfte der Senatoren für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.
;Judikative:
Der Oberste Gerichtshof (Corte Suprema de Justicia) ist ein
Kollegialgericht mit 21 Richtern. Es ist die höchste richterliche Gewalt in Chile. Die Richter werden von den Richtern des Obersten Gerichts vorgeschlagen und vom Präsidenten auf Lebenszeit ernannt. Unter dem Obersten Gerichtshof ist das
Appellationsgericht angesiedelt. Zusätzlich gibt es 17 Berufungsgerichte in Chile.
Die chilenische Strafjustiz wird derzeit schrittweise modernisiert. Durch eine Justizreform sollen die Aufgaben des Anklägers (Staatsanwalt) und des Richters getrennt werden und in einer öffentlichen mündlichen Verhandlung statt wie bisher in einem schriftlichen Verfahren verhandelt werden. Angeklagte mit geringem Einkommen können einen staatlichen Pflichtverteidiger in Anspruch nehmen. Für dieses neue Justizsystem müssen 300 neue Gerichtsgebäude in zahlreichen chilenischen Städten gebaut werden.
Das Verfassungsgericht (Tribunal Constitucional) ist zuständig für die Kontrolle der vom Parlament erlassenen Gesetze auf Verfassungswidrigkeit.
Parteien
Parteien wurden ab 1987 wieder zugelassen. Das gegenwärtige Wahlrecht hat dazu geführt, dass alle Parteien sich zu Parteibündnissen zusammengeschlossen haben.
Die „
Concertación de Partidos por la Democracia“ ist ein Bündnis von vier Mitte-Links-Parteien, die sich aktiv am Sturz der Militärdiktatur beteiligt haben. Das sich aus den Parteien „Christlich-Demokratische Partei“ (
Partido Demócrata Cristiano, PDC), „Radikale und Sozialdemokratische Partei“ (
Partido Radical Social Demócrata, PRSD), „Sozialdemokratische Partei“ (
Partido por la Democracia, PPD) sowie „Sozialistische Partei“ (
Partido Socialista, PS) zusammensetzende Bündnis stellt 62 von 120 Parlamentsabgeordneten. Die PDC ist mit 22 Abgeordneten die stärkste politische Kraft im Bündnis, gefolgt von der PPD mit 21 Sitzen. 10 Abgeordnete gehören der PS und 6 Abgeordnete der PRSD an. Diese vier Parteien stellen sämtliche Minister, Staatssekretäre und Provinzgouverneure entsprechend der Sitzverteilung im Parlament.
Die
Alianza por Chile ist ein konservatives Bündnis der Parteien „konservative Nationale Erneuerungspartei“ (
Renovación Nacional, RN) und „Unabhängige Demokratische Union“ (
Unión Demócrata Independiente, UDI), die für eine Verlängerung der Militärdiktatur von Augusto Pinochet geworben haben. Die UDI stellt 33 Abgeordnete, die RN 19 Abgeordnete. Zusammen mit unabhängigen Kandidaten stellt die Alianza 57 von 120 Parlamentsabgeordneten.
Das Linksbündnis Juntos Podemos Más (gemeinsam können wir mehr, Podemos ist jedoch ein Akronym für Poder Democrático Social) umfasst die Christliche Linke, die
Humanistische Partei, die Kommunistische Partei sowie einige andere linke und linksliberale Splitterparteien. Aufgrund des binominalen Wahlrechts sind diese Parteien jedoch nicht im Parlament vertreten.
Streitkräfte und Polizei
Siehe:
Streitkräfte Chiles Außenpolitik
Chile ist Mitglied der
APEC und versucht momentan mit möglichst vielen asiatischen und pazifischen Staaten
Freihandelsabkommen zu schließen (zum Beispiel gibt es Abkommen mit den
USA, der
EU,
Südkorea und
China).
Chile ist seit 1945 Mitglied der
UN und seit 1948 Mitglied der
OAS. In der UN spielt Chile seit 2004 eine wichtigere Rolle, da es sich zur Teilnahme an Friedensmissionen entschlossen hat. Heute stehen chilenische UN-Einheiten zum Beispiel in
Haiti.
Im Mai 2007 lud die OECD Chile zu Beitrittsgesprächen ein
[ oecd.org: OECD invites five countries to membership talks, offers enhanced engagement to other big players (Zugriff am 28. Mai 2010)] und der Beitritt wurde am 7. Mai 2010 vollzogen.
[ oecd.org: Chile's accession to the OECD (Zugriff am 28. Mai 2010)];Beziehungen innerhalb Südamerikas
In Südamerika ist Chile assoziiertes Mitglied des
Mercosur, diese Nichtvollmitgliedschaft erlaubt Chile eigene Handelsabkommen zu schließen. Die Konzentration Chiles auf die großen Handelspartner USA, EU und Asien wird von den anderen
Andenstaaten kritisch gesehen. Man befürchtet eine Vernachlässigung des lateinamerikanischen Marktes. Insbesondere die vielen Freihandelsabkommen Chiles aber auch die niedrigen Einfuhrzölle Chiles machen eine engere Bindung an
Mercosur schwer.
Chile hat seit 1988 eine Reihe von Konfliktherden mit
Argentinien und
Peru abgebaut. Dies betrifft den
Beagle-Kanal und die Grenzziehung am
Fitz-Roy-Massiv. Seitdem der peruanische Kongress im Oktober 2005 maritime Gebiete Chiles in Frage stellt, sind allerdings wieder starke Spannungen im Verhältnis beider Länder vorhanden.
Die Beziehungen zu
Bolivien sind weiterhin stark gestört, da der Wunsch Boliviens nach einem Meerzugang bisher ungelöst ist, sowie ein Konflikt um
Wasserrechte am
Río Lauca besteht. Eine geplante Erdgas-Pipeline von Bolivien zu chilenischen Häfen, um
Flüssigerdgas in die
Vereinigten Staaten zu exportieren, wurde durch den starken Widerstand in der bolivianischen Bevölkerung nicht gebaut. Chile beobachtet mit Sorge die politisch instabile Lage Boliviens.
Chile ist stark von
Erdgaslieferungen aus
Argentinien abhängig. Die geplante Drosselung der Lieferungen von Seiten Argentiniens zwingt Chile zum verstärkten Nachdenken über alternative Energien. Das
Erdgas-Lieferabkommen zwischen Bolivien und Argentinien verbietet den Argentiniern den Export von bolivianischem Erdgas nach Chile.
;Beziehungen zu den USA
Die Militärdiktatur unter
Augusto Pinochet hatte stets enge Beziehungen zu den USA. Allerdings lehnte die neue demokratische chilenische Regierung ein Eingreifen im
Irak-Krieg ab. Chile konnte am Ende langer Verhandlungen mit der Stimme der USA den Posten des Generalsekretärs der
OAS mit
José Miguel Insulza einnehmen.
Die USA sind der wichtigste Handelspartner für Chile, beide Länder haben 2004 ein Freihandelsabkommen geschlossen. Allerdings sinkt der Anteil des US-Handels zugunsten der EU und Asien. Chile hat 2002 moderne Kampfflugzeuge von Typ F-16 in den USA bestellt.
;Beziehungen zur EU
Die
Europäische Union ist neben den USA ein sehr wichtiger Handelspartner. 2005 trat ein Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Chile sowie ein Abkommen über die technisch-wissenschaftliche Zusammenarbeit in Kraft.
Bildung und Forschung
Seit 2002, als der damalige Präsident Ricardo Lagos eine Reform des Ausbildungssystems auf den Weg brachte, es ist eine Pflicht für die Schüler, zwölf Jahre in der Schule zu sein. Die Schulen unterstehen dem Erziehungsministerium. Es herrscht
Lehrmittelfreiheit. Die Analphabetenrate liegt bei etwa 4 Prozent, dies ist für Südamerika sehr niedrig. Im Jahr 2006 hat Chile erstmals an der
PISA-Studie der
OECD teilgenommen.
Chile führte in den 1990er-Jahren das Programm „PRADJAL“ (Programa Regional de Acciones para el Desarrollo de la Juventud en América Latina), sowie das Ausbildungsprogramm „Chile Jóven“ ein. Ziel der Programme ist die Senkung der
Jugendarbeitslosigkeit durch eine staatlich finanzierte
Berufsausbildung mit anschließendem
Betriebspraktikum. Außerdem werden Kurse für jugendliche Unternehmensgründer angeboten. Damit soll auch die Jugendkriminalität und der
Drogenkonsum indirekt bekämpft werden.
thumb Universidad Católica in
Santiago Pontificia Universidad Católica de Chile liegen in
Santiago de Chile,
Concepción und
Valparaíso. Allerdings ist der Zugang zu den Universitäten aufgrund von hohen Studiengebühren trotz Stipendienprogrammen für die ärmeren Schichten nur schwer möglich.
Das Niveau der Universitäten schwankt durch viele private Einrichtungen stark, da auch die Berufsakademien sich Universität nennen dürfen.
thumb Cerro Paranal mit dem VLT
Europäische Südsternwarte (ESO) hat drei Standorte in Chile mit Großteleskopen: La Silla, Paranal und Alma. Daneben gibt es weitere Observatorien in Chile, wie beispielsweise Cerro Pachon mit dem 8,1-Meter-Gemini-Süd-Teleskop oder das Las Campanas mit den zwei 6,5-Meter-Magallan-Teleskopen.
Seit den frühen 1990er-Jahren arbeitet in Chile das
Paranal-Observatorium. Das
Observatorium befindet sich in der
Atacamawüste im Norden des Landes auf dem Berg
Cerro Paranal. Dieser liegt etwa 120 Kilometer südlich von
Antofagasta und 12 Kilometer von der
Pazifikküste entfernt. Das Observatorium wird von der ESO betrieben und ist Standort des Very Large Telescope (VLT) und des Very Large Telescope Interferometer (VLTI). Zusätzlich werden die Surveyteleskope VISTA und VST gebaut. Die Atmosphäre über dem Gipfel zeichnet sich durch trockene und außergewöhnlich ruhige Luftströmung aus, was den Berg zu einem sehr attraktiven Standort für ein astronomisches Observatorium macht. Der Gipfel wurde in den frühen 1990ern von seiner ursprünglichen Höhe von 2660 Metern auf 2635 Meter heruntergesprengt, um ein Plateau für das VLT zu schaffen.
Gesundheitssystem
Das Gesundheitssystem wurde stark privatisiert. Chilenische Arbeitnehmer müssen sich privat krankenversichern. Den ärmeren Bevölkerungsschichten steht für bestimmte Krankheiten eine kostenlose Behandlung in staatlichen Gesundheitszentren zu. Rund 80 Prozent der Bevölkerung nutzen das staatliche Gesundheitssystem und 20 Prozent lassen sich privat behandeln.
Michelle Bachelet, die bereits unter
Ricardo Lagos für das Ressort Gesundheit zuständig gewesen war, brachte nach ihrem Amtsantritt als Präsidentin einige Reformen auf den Weg, die unter anderem eine kostenlose Gesundheitsversorgung für ältere Menschen vorsehen. Außerdem wurden Anstrengungen unternommen, die medizinische Infrastruktur, in der teils deutliche Unterschiede bestehen, weiter zu verbessern.
Die durchschnittliche
Lebenserwartung der Chileninnen beträgt 79 Jahre und der Chilenen 72 Jahre (Stand 2003).
Präsidentschaftswahlen 2005/2006
→ Hauptartikel:
Präsidentschaftswahlen in Chile (2005/2006)
Am 11. Dezember 2005 sollte ein Nachfolger für den bis dahin amtierenden Präsidenten
Ricardo Lagos gewählt werden. Auch ein Teil des Parlaments wurde gleichzeitig gewählt. Es kandidierten die Sozialistin
Michelle Bachelet als gemeinsame Kandidatin der
Concertación,
Joaquín Lavín von der konservativen
Unión Demócrata Independiente,
Sebastián Piñera von der liberal-konservativen
Renovación Nacional und
Tomás Hirsch von der
Partido Humanista de Chile, einer humanistisch-sozialen Partei.
Nachdem im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit erreichte, kam es am 15. Januar 2006 zu einer Stichwahl zwischen Michelle Bachelet und Sebastián Piñera, aus der Bachelet als Siegerin hervorging.
Ergebnisse des ersten Wahlganges
* Michelle Bachelet: 45,95 Prozent
Sebastián Piñera: 25,41 Prozent
Joaquín Lavín: 23,22 Prozent
Tomás Hirsch: 5,4 Prozent
Ergebnis der Stichwahl
* Michelle Bachelet: 53,5 Prozent
Sebastián Piñera: 46,5 Prozent
Präsidentschaftswahlen 2009/2010
Am 13. Dezember 2009 fanden Präsidentschaftswahlen in Chile statt. Gleichzeitig wurde auch ein Teil des Parlaments neu gewählt. Es kandidierten Sebastián Piñera, Eduardo Frei, Marco Enríquez Ominami und Jorge Arate.
[ focus.de: Chile - Pinera gewinnt bei Präsidentenwahl erste Runde (Zugriff am 14. Dezember 2009)]Nachdem im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit erreichte, kam es am 17. Januar 2010 zu einer Stichwahl zwischen Eduardo Frei und Sebastián Piñera, die Piñera gewann.
[ nzz.ch: Piñera beendet Ära der Linksregierungen in Chile (Zugriff am 18. Januar 2010)] Ergebnisse des ersten Wahlganges
*
Sebastián Piñera: 44 Prozent
Eduardo Frei Ruiz-Tagle: 30 Prozent
Marco Enríquez Ominami: 20 Prozent
Jorge Arate: 6 Prozent
Ergebnis der Stichwahl
* Sebastián Piñera: 51,60 Prozent
Eduardo Frei: 48,39 Prozent
+ Verwaltungsgliederung
thumb
Chile ist in 15 Regionen (spanisch Región) aufgeteilt, die mit römischen Zahlen durchnummeriert sind. Die Nummer 13 gibt es nicht, die Hauptstadtregion wird mit RM (Región Metropolitana) abgekürzt. Die Regionen spielen jedoch nur eine geringe politische Rolle, da Chile als ausgeprägter
Zentralstaat gilt. Unter den Regionen sind die 53 Provinzen angesiedelt.
Regionen
| Lage | Anmerkungen |
| 50px | Die I. Region ( Región de Tarapacá) umfasst die Provinzen Iquique und Tamarugal. |
| 50px | Die II. Region ( Región de Antofagasta) umfasst die Provinzen Antofagasta, El Loa und Tocopilla |
| 50px | Die III. Region ( Región de Atacama) umfasst die Provinzen Chañaral, Copiapó und Huasco. |
| 50px | Die IV. Region ( Región de Coquimbo) umfasst die Provinzen Choapa, Elqui und Limarí. |
| 50px | Die V. Region ( Región de Valparaíso) umfasst die Provinzen Los Andes, Petorca, Quillota, San Antonio, San Felipe de Aconcagua, Valparaíso, Isla de Pascua (Osterinsel), sowie die Überseegebiete (zum Beispiel die Juan-Fernández-Inseln). |
| 50px | Die VI. Region ( Región del Libertador General Bernardo O’Higgins) umfasst die Provinzen Cachapoal, Colchagua und Cardenal Caro. |
| 50px | Die VII. Region ( Región del Maule) umfasst die Provinzen Cauquenes, Curicó, Linares und Talca. |
| 50px | Die VIII. Region ( Región del Bío-Bío) umfasst die Provinzen Arauco, Bío-Bío, Concepción und Ñuble |
| 50px | Die IX. Region ( Región de la Araucanía) umfasst die Provinzen Cautín und Malleco. |
| 50px | Die X. Region ( Región de los Lagos) umfasst die Provinzen Chiloé, Llanquihue, Osorno und Palena. |
| 50px | Die XI. Region ( Región de Aisén del General Carlos Ibáñez del Campo) umfasst die Provinzen Aisén, Capitán Prat, Coihaique und General Carrera. |
| 50px | Die XII. Region ( Región de Magallanes y de la Antártica Chilena) umfasst die Provinzen Magallanes, Tierra del Fuego, Última Esperanza und Antártica Chilena. |
| 50px | Die XIV. Region ( Región de los Ríos) existiert seit dem 2. Oktober 2007 und ist eine „Abspaltung“ der X. Region, zur Verbesserung der Verwaltung. Die Region umfasst die Provinzen Valdivia (gleichzeitig Hauptstadt der Region) und Ranco. |
| 50px | Die XV. Region ( Región de Arica y Parinacota) umfasst die Provinzen Arica und Parinacota. |
| 50px | Die Hauptstadtregion (RM oder Región Metropolitana) umfasst die Provinzen Chacabuco, Cordillera, Maipo, Melipilla, Santiago und Talagante.
|
Die I. Region de Tarapacá wurde mittlerweile aufgeteilt. Seit dem 8. Oktober 2007 hat Arica seine eigene Region. Die XV. Region (
Región de Arica y Parinacota) umfasst die Provinzen Arica und Parinacota.
Unterhalb der Provinzebene befinden sich die 346 Gemeinden (municipalidad). Diese sind gemäß Artikel 61 der Verfassung die Organe der lokalen Selbstverwaltung. Sie werden von einem Bürgermeister (
alcalde) und einem Stadtrat geleitet.
Bekannteste Städte in Chile
Die mit Abstand größte
Agglomeration in Chile ist die
Hauptstadtregion um
Santiago mit einer Einwohnerzahl von 5.899.612 (Stand 1. Januar 2005). Dort konzentrieren sich etwa 40 Prozent der Bevölkerung des Landes. Ebenfalls große Siedlungsgebiete sind die
Agglomerationen von
Valparaíso,
Concepción,
La Serena und
Temuco.
{{Großes Bild|Panorama santiago.jpg|1200|Panorama von Santiago de Chile aus dem
Cerro San Cristobal nach Osten gesehen. Ab der Mitte des Fotos nach unten rechts fließt der
Río Mapocho (dicke weiße Linie). Die höchsten verschneiten Berge sind der
Cerro El Plomo (links) und der
Cerro San Ramon (rechts).}}
Zu den bekannteren Städten Chiles zählen neben den fünf oben genannten
Agglomerationen noch
Arica,
Iquique,
Antofagasta,
Talca,
Valdivia,
Puerto Montt und
Punta Arenas.
Der Großteil der Bevölkerung lebt in den Regionen V bis X. In Nordchile existieren aufgrund der
Atacamawüste nur wenige größere Städte, die meist dicht am Pazifik liegen (zum Beispiel
Iquique und
Copiapó). In Südchile nimmt südlich von
Puerto Montt und der Insel Chiloé die Bevölkerungsdichte sehr stark ab, nur noch
Coyhaique und Punta Arenas sind größere Städte.
{{Großes Bild|Centronocheconce.jpg|872|Panorama von Concepción}}
Siehe auch:
Liste der Städte in Chile
+ Infrastruktur
Straßennetz
Der
Straßenverkehr hat sich in Chile zum wichtigsten Verkehrsträger entwickelt. Das Straßennetz ist 80.651 Kilometer lang, davon sind 16.967 Kilometer asphaltiert (
[Dirección Nacional de Vialidad, Ministerio de Obras Públicas, 2005]).
Die wichtigste und mittlerweile von
La Serena bis
Puerto Montt als Autobahn ausgebaute Transportachse ist die etwa 3.000 Kilometer lange Ruta 5 – ein Bestandteil der
Panamericana. Sie verläuft in Nord-Süd-Richtung von der Grenzstadt
Arica bis nach
Puerto Montt im Süden.
Im Jahre 1976 begann der Bau der
Carretera Austral, ein ehrgeiziges Straßenbau-Projekt unter Diktator Augusto Pinochet, um die Regionen von Puerto Montt bis Feuerland zu verbinden. Die Straße ist bis heute im Bau. Dies führt dazu, dass man auf Fähren angewiesen ist, um die Reise von
Puerto Montt bis
Villa O’Higgins mit einem Allradfahrzeug zu machen. Siehe
Región de AisénGut ausgebaut sind insbesondere die
Panamericana und andere
mautpflichtige Straßen vor allem im Großraum Santiago, in dem in den letzten Jahren viele neue Stadtautobahnen wie zum Beispiel
Americo Vespucio oder
Costanera Norte entstanden sind, sowie einige Hauptverbindungen. Viele Nebenstrecken, insbesondere in den abgelegeneren Teilen des Landes, sind lediglich Schotter- oder Erdstraßen.
Busse
In der Stadt
In der Hauptstadt Santiago wird der
Transantiago von privaten Firmen betrieben, jedoch unter starker staatlicher Kontrolle. Mit dem neuen System gibt es feste Haltestellen, an denen die Busfahrer verpflichtet sind, zu halten. Im Gegensatz zum deutschen
öffentlichen Personennahverkehr gibt es allerdings immer noch keine richtigen Fahrpläne. Fahrgeld wird vom Busfahrer nicht angenommen, das einzige Zahlungsmittel ist das Abonnement.
Das Busnetz in den Provinzen ist vollkommen in privater Hand und recht unübersichtlich. Bei den Stadtbussen sollte vorher der Linienverlauf bekannt sein, denn an dem Großteil der Bushaltestellen gibt es keine Informationen über die Buslinien. Ansonsten winkt man in der Regel den gewünschten Bus heran, zahlt die Fahrt, und wenn man aussteigen will, gibt man dem Fahrer Bescheid.
Interprovinzial
Die gängigste Verkehrsart, um in andere Städte zu kommen, ist, in Konkurrenz zu der Bahnstrecken, der Überlandbus, wo es verschiedene Anbieter und verschiedene Komfortklassen gibt. Diese Klassen teilen sich in Busse mit Standardsitzen bis zu den weit ausgelegten Bus Cama (Bettbusse), die mit den Sitzen eines Business bis First Class Flugzeuges zu vergleichen sind.
Eisenbahn
thumb
thumbDie erste chilenische Eisenbahn fuhr 1851 von
Caldera nach
Copiapó. Mit dem
Salpeterboom wurde das Schienennetz in Nordchile ab 1871 stark ausgebaut. Damals befand sich der Norden noch im Besitz von
Peru und
Bolivien. Eine der ersten Strecken führte von La Noria nach
Iquique. Die Strecken wurden direkt an den Salpeterminen verlegt, so dass Ende des 19. Jahrhunderts große Teile von der Regionen Tarapacá, Antofagasta und
Atacama eisenbahntechnisch erschlossen waren. Parallel dazu erfolgte der Ausbau der Strecken zu den großen Hafenstädten in Zentralchile, wie
San Antonio und
Talcahuano.
Heute wird das chilenische Schienennetz von der staatlichen
Eisenbahngesellschaft
EFE betrieben. Zudem betreibt eine Tochtergesellschaft der staatlichen Eisenbahngesellschaft das S-Bahn-Netz in Valparaiso.
Der Güter- und Personenverkehr, das Immobilienvermögen und der Personalbestand werden von verschiedenen Tochtergesellschaften verwaltet. Das Eisenbahnnetz kann aufgrund unterschiedlicher
Spurweiten nicht durchgehend betrieben werden und besteht deshalb aus zwei verschiedenen Teilnetzen:
* Südlich von Santiago besteht ein 3.743 Kilometer langes
Breitspurnetz (Spurweite 1676 Millimeter), von denen 1.653 Kilometer elektrisch betrieben werden. Zwischen Santiago und
Temuco wird das Eisenbahnnetz auch für den Personenverkehr benutzt.
Nördlich von Santiago besteht ein 2.923 Kilometer langes
Meterspurnetz, von denen 40 km elektrisch betrieben werden. Auf diesem Meterspurnetz findet kein Personenverkehr statt.
Der Personenverkehr ist im Rückgang begriffen, was durch die starke Konkurrenz der Busunternehmen und die schlechte Qualität der Waggons und Strecken begründet ist. Es gibt Bestrebungen, wieder mehr Personen per Schiene zu befördern. So wurde in modernere Waggons und Triebwagen investiert, Bahnhöfe renoviert oder neu errichtet (
Puerto Montt hat 2006 einen neuen Hauptbahnhof am Stadtrand erhalten) sowie die Strecke zwischen
Temuco und
Puerto Montt wieder hergerichtet. Allerdings konnte die
Eisenbahngesellschaft
EFE ihre hochgesteckten Ziele nicht erfüllen und hat mit erheblichen technischen und organisatorischen Problemen zu kämpfen. Ebenso sind die Pläne,
Valdivia wieder an das Streckennetz anzubinden, auf Eis gelegt.
In der Hauptstadt Santiago de Chile existiert ein über 45 km langes
U-Bahn-Netz (
Metro de Santiago), dessen erste Teilstrecke 1975 eröffnet wurde. Zurzeit wird das U-Bahn-Netz stark ausgebaut und soll dann 83 km lang sein.
In die Agglomeration von Valparaiso seit 2005 ist in betrieb eine
S-Bahn und in Grossraum Concepción seit 1999 das
Biotrén.
thumb Häfen
Ein Großteil des Im-/Exports Chiles wird über große Seehäfen abgewickelt. Die Hauptausfuhrgüter sind
Kupfer,
Eisen,
Zellstoff, sowie landwirtschaftliche Erzeugnisse. Viele Häfen verfügen über moderne Containerterminals.
Wichtige Häfen gibt es in Antofagasta,
Arica,
Chañaral,
Coquimbo,
Iquique,
Puerto Montt,
Punta Arenas,
San Antonio, San Vicente,
Talcahuano und
Valparaíso.
Besonders in Südchile spielen Fährverbindungen eine wichtige Rolle, da hier die Straßenverbindungen aufgrund von vielen Fjorden und Inseln schlecht realisierbar sind.
Wichtigste Stützpunkte der chilenischen Marine sind Valparaíso und Talcahuano.
Vor dem Bau des
Panama-Kanals waren Valparaíso und Punta Arenas die wichtigsten Häfen für den Pazifikhandel. 1840 errichtete die
Pacific Steam Navigation Company die erste
Dampfschifffahrtslinie in Südamerika von Valparaíso nach
Callao in
Peru.
Flughäfen/Luftfahrt
Aufgrund der riesigen Länge von über 4.000 km spielt der Flugverkehr eine wichtige Rolle. Die größten Flughäfen besitzen
Santiago de Chile,
Puerto Montt,
Concepción,
Temuco,
Iquique, Antofagasta und
Punta Arenas. Der größte Flughafen ist der Comodoro Arturo Merino Benítez Airport (5.650.000 Passagiere),in Santiago. Über das ganze Land sind zusätzlich viele kleine Regionalflughäfen verteilt, die alle untereinander durch die zwei wichtigsten chilenischen Airlines
LAN und
Sky Airline verbunden werden. Von einigen Flughäfen aus werden auch Verbindungen nach Argentinien angeboten.
Der erste
Motorflug in Chile fand am 21. August 1910 statt, der Pilot hieß César Copetta Brosio. Bekannt wurden insbesondere
Dagoberto Godoy, der 1918 als erster die
Anden überflog und
José Luis Sánchez Besa, ein chilenischer
Flugbootpionier. Der Beginn der
Flugpostbeförderung wurde ab 1. Januar 1919 von Santiago de Chile nach
Valparaíso vom Piloten Clodomiro Figueroa mit einer
Morane-Saulnier MS-35 durchgeführt.
1929 gründete Kommodore Arturo Merino Benítez mehrere lokale Fluggesellschaften, diese formierten sich ab 1932 zu der heutigen Fluggesellschaft
LAN. Sie ist seit 1989 privatisiert und gehört mittlerweile durch eine expansive Geschäftspolitik zu den drei größten und erfolgreichsten Airlines Lateinamerikas, mit Filialen in Peru
LAN Peru, Argentinien
LAN Argentina, Ecuador
LAN Ecuador und der Dominikanischen Republik
LAN Dominicana. Die frühere zweite chilenische Fluggesellschaft Ladeco wurde Anfang der 1990er-Jahre aufgekauft.
Von Santiago de Chile startet der einzige planmäßige und tägliche Flug zur Osterinsel. Bedient wird die Strecke ebenfalls von LAN, die auch eine tägliche Verbindung nach
Flughafen Frankfurt am Main via
Flughafen Madrid-Barajas anbietet.
Postwesen
Das Postwesen wurde bereits 1748 von den Spaniern eingeführt, ab 1853 gab es chilenische Briefmarken (Siehe:
Chilenische Postgeschichte).
Telekommunikation
thumb ENTEL Pacific Steam Navigation Company den Auftrag eine
Telegrafenlinie zu errichten. Nach ersten Tests konnte am 21. Juni 1852 die erste Nachricht von
Valparaíso nach
Santiago geschickt werden. Im April 1853 begann der reguläre Betrieb. Danach begann man mit dem Ausbau der Telegrafenstrecken entlang der Eisenbahnlinien. Die ersten Strecken von Santiago führten nach Valparaíso und
Talca und wurden 1857 komplett fertig gestellt. Bis 1892 konnte das ganze Land mit Telegraphen erreicht werden.
Feuerland war über ein
Seekabel angebunden worden.
Die ersten
Telefone wurden 1880 in Valparaíso eingeführt. 1930 bildete sich die Telefongesellschaft Compañía de Teléfonos de Chile CTC, die später von der spanischen
Telefónica übernommen wurde. Der
Radiobetrieb begann mit Radio Chileña in Santiago 1922.
Der zweite große Telekommunikationskonzern in Chile ist
ENTEL (Empresa Nacional de Telecomunicaciones SA de Chile), der größte Anbieter von
Internet- und
Mobilfunkdiensten in Chile. ENTEL, Telefonica und weitere zum Teil lokale Anbieter betreiben heute ein nahezu flächendeckendes Netz für die Mobiltelefonie.
Energie
Die Stromgewinnung aus
Wasserkraft stellt etwa die Hälfte der in Chile erzeugten Energie. Danach folgen
Kohle mit einem Viertel und
Erdgas.
Der Wasserkraftausbau ist begrenzt, da die Bevölkerung in vielen Gegenden die Zerstörung von Flusstälern durch
Stauseen ablehnt. Die Erdgasversorgung wird zu 90 % durch Erdgaslieferungen aus
Argentinien sichergestellt. Da Chile diese starke Abhängigkeit langfristig verringern möchte, werden eine Vielzahl von alternativen Energien diskutiert.
Insbesondere die
geothermische Energie ist interessant, da Chile hier aufgrund der vulkanischen Aktivitäten viele Möglichkeiten hat.
Wind- und
Sonnenenergie werden bisher wenig genutzt, obwohl auch hier viel Potenzial liegt.
Kernenergie wird in Chile bisher nicht genutzt.
+ Wirtschaft und Soziales
→ Hauptartikel:
Wirtschaft ChilesAls Gegenpol zum sozialistischen Konzept von
Salvador Allende wurde die chilenische Volkswirtschaft unter
Augusto Pinochet nach der Maxime der
Chicago Boys konsequent nach marktwirtschaftlich-
wirtschaftsliberalen Aspekten umgebaut. Staatliche Unternehmen wurden sowohl zu Zeiten Pinochets als auch danach größtenteils
privatisiert, allerdings sind die von Allende verstaatlichten Kupferminen, die seit Pinochet unter direkter Kontrolle des Militärs standen, immer noch in Staatsbesitz. Auch wenn die nach Pinochet regierenden Mitte-Links-Regierungen bemüht waren, soziale Härten abzufedern, gilt Chile heute nach wie vor als eines der Länder mit den größten sozialen Ungleichgewichten.
Die chilenische Volkswirtschaft wies zwischen 1988 und 1998 überdurchschnittliche Wachstumsraten auf. Die
Asien- und
Brasilienkrise 1997/98 führten zwar zu einer Rezession, seit 2000 wächst die Wirtschaft jedoch wieder mit Wachstumsarten zwischen 2,5 Prozent und 6 Prozent.
Im jährlichen Korruptionsindex von
Transparency International belegt Chile permanent einen Platz unter den 20 korruptionsfreisten Ländern der Welt, und lässt somit des Öfteren, wie im Jahre 2004 auf Platz 20, europäische Länder wie Frankreich, Spanien und Italien hinter sich. Im lateinamerikanischen Vergleich kommt nur Uruguay mit Platz 28 in die Nähe, weiter abgeschlagen liegen Brasilien auf Platz 59, Kolumbien 60, Kuba 62, Mexiko 64, Peru 67, Argentinien 108, Ecuador 112, Venezuela 114, Bolivien 122 und Paraguay auf Platz 140.
In einem Ranking (
http://www.doingbusiness.org/) der unternehmerfreundlichsten Länder der Welt, welches von der
Weltbank-Tochter
International Finance Corporation erstellt wurde, landete Chile 2005 auf dem 25. Platz als bestes lateinamerikanisches Land. Deutschland besetzt laut dieser Studie Platz 19, Kolumbien als zweitbestes südamerikanisches Land Platz 66.
Im jährlichen
Globalisationsindex der Beratungsfirma
A.T. Kearney und der Zeitschrift Foreign Policy lag Chile 2007 auf Rang 43 der insgesamt 72 bewerteten Länder. Im Vergleich zu 2006 verlor Chile die führende Position unter den lateinamerikanischen Ländern an
Panama, den letzten Platz belegte
Venezuela.
Die Arbeitslosenrate lag im Jahre 2004 bei 7,8 Prozent. Die Armutsrate lag 2003 bei 18,8 Prozent und die Rate extremer Armut bei 4,7 Prozent der Bevölkerung. Die Armutsrate hat sich seit 1987 mehr als halbiert, die extreme Armut hat nur noch etwa 30 Prozent des Wertes von 1987. Die neue demokratische Regierung Chiles führte das Programm „Chile Solidario“ ein, damit werden die 250.000 ärmsten Familien im Land von staatlichen Helfern betreut und finanziell unterstützt.
Die
Inflationsrate liegt im Schnitt zwischen 2 Prozent und 4 Prozent. Seit 1998 hat sie die Fünf-Prozent-Marke nicht mehr überschritten. Im Jahre 2004 lag sie bei 2,4 Prozent und für 2005 wird von der chilenischen Zentralbank ein Wert von 2,5 Prozent erwartet.
Das
Bruttosozialprodukt stieg im Jahr 2005 um 6,3 Prozent auf 115,3 Milliarden
US-Dollar, dies entspricht in etwa 7146 US-Dollar je Einwohner. Chile hat das höchste
Pro-Kopf-Einkommen und das höchste Exportvolumen je Einwohner unter den südamerikanischen Staaten.
Wirtschaftssektoren
Den größten Anteil an der Wertschöpfung hat der Dienstleistungssektor mit 57 %, gefolgt vom Produktionssektor und der Landwirtschaft mit 34 Prozent beziehungsweise 9 Prozent Anteil (Stand: 2001).
thumb Chuquicamata, die größte Kupfermine der Welt
Kupfervorkommen der Welt (etwa 40 Prozent). In Chile liegen die größten Kupferminen der Welt,
Chuquicamata (Übertage) und El Teniente in
Sewell (Untertage), die vom staatlichen Konzern
Codelco ausgebeutet werden. Verschiedene
Edelmetalle und vor allem
Salpeter führten Chile schon im 19. Jahrhundert zum Reichtum. Momentan wird mit dem
Pascua-Lama-Projekt eine der größten
Goldminen der Welt geplant, bei dem jedoch große Umweltschäden befürchtet werden. Daneben werden heute
Forst-,
Fischerei- und
Landwirtschaft betrieben. Nur etwa 7 Prozent der Landfläche werden für die Landwirtschaft genutzt. Diese Flächen befinden sich hauptsächlich im Zentraltal. Im wüstenhaften Norden Chiles beschränkt sich die Landwirtschaft weitgehend auf Oasen. Die Viehzucht ist hauptsächlich in Zentralchile und im nördlichen Teil von Südchile angesiedelt. Chile ist das einzige Land Südamerikas, in dem
Zuckerrüben angebaut werden. Besondere Erwähnung verdient der
Weinbau, der Chile zum Wein- Exportmeister Nummer eins in Südamerika gemacht hat.
Siehe auch
Forstwirtschaft in Chile Außenhandel
Chiles Wirtschaft hängt stark vom Export ab. 2004 betrug der Exportanteil 34 Prozent des Bruttosozialprodukts, was ziemlich genau dem von Deutschland entspricht. Besonders wichtig für die chilenische Wirtschaft ist der
Kupferexport. Momentan steigen andere Exportgüter stärker als Kupfer und Mineralien. 1975 lagen diese noch bei 30 Prozent, heute sind es etwa 60 Prozent. Zu diesen Exportgruppen gehören Forst- und Holzprodukte, frische Früchte,
Wein und Nahrungsmittel,
Lachs, verarbeitete Nahrungsmittel,
Fischmehl und
Meeresfrüchte. 2004 stieg die
Handelsbilanz um neun Milliarden
US-Dollar, viel stärker als 2003. Mit dem starken Anstieg der Rohstoffpreise explodierten die Exporte geradezu von 20,4 (2003) auf 32,1 im Jahr 2004 und 39,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2005. Chile verdrängte 2005 Norwegen als weltweit größten Lachsproduzent.
thumb Valparaíso Volksrepublik China immer wichtiger. Haupthandelspartner des Landes sind
Brasilien und
Argentinien, mit denen Chile über den
Mercosur assoziiert ist. Bis heute ist Chile dem
Mercosur jedoch nicht als vollständiges Mitglied beigetreten, da dies dem Land die Möglichkeit nehmen würde, eigenständige Handelsabkommen mit anderen Ländern abzuschließen und es auch befürchtet wird, dass das Land im Falle eines vollständigen Beitritts sich der Gefahr aussetzen würde, durch wirtschaftliche Schwankungen seiner Nachbarn stärker getroffen zu werden. Durch den Kompromiss der Assoziierung bestand für Chile die Möglichkeit, eigene
Freihandelsabkommen mit
Japan, der
EU und der
NAFTA abzuschließen. Chile hat 2005 auch ein Freihandelsabkommen mit der Volksrepublik China und 2006 eines mit
Brunei,
Neuseeland und
Singapur (
P4 Agreement) abgeschlossen. Aufgrund dessen gilt die chilenische
Volkswirtschaft heute als eine der offensten der Welt.
Sozialversicherung
1981 privatisierte
José Piñera, ein Minister im Kabinett des Diktators
Augusto Pinochet, das Rentensystem und führte
Pensionsfonds nach dem Modell des
Kapitaldeckungsverfahrens ein. Die Arbeitnehmer müssen seitdem 13 Prozent ihres Gehalts als Beiträge für die Rentenfonds abführen. Außerdem werden 7 Prozent ihres Einkommens für eine private Krankenkasse abgezogen, sodass die Sozialbeiträge im neuen System ein Fünftel eines Gehalts ausmachen. Nur das
chilenische Militär wurde von Piñeras Reform ausgenommen; Soldaten haben bis heute Anspruch auf großzügige Pensionsleistungen vom Staat. Der von der Reform erhoffte Rückgang der in Chile weitverbreiteten Beitragshinterziehung ist weitgehend ausgeblieben. Das neue Rentensystem wurde später von der
Weltbank trotz interner Kritik als vorbildhaft angepriesen und verbreitete sich seit den frühen 1990er-Jahren in verschiedenen Varianten in Lateinamerika, wobei die meisten Staaten wie etwa
Argentinien, ein gemischtes Modell mit teils privatem, teils staatlichem Gesundheitssystem einführten. Besonders das argentinische Modell wurde später von weiteren Ländern übernommen, besonders in Osteuropa.
Wirtschaftskennzahlen
Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen
Bruttoinlandsprodukt,
Inflation,
Haushaltssaldo und
Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen:
| Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real |
|
| in % gegenüber dem Vorjahr |
|
Jahr| 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 |
| Veränderung in % gg. Vj. | 3,2 | −0,8 | 4,5 | 3,4 | 2,2 | 3,9 | 6,2 | 6,3 | 4,2 | ~ 5,5 |
Quelle: bfai[ Entwicklung des BIP von Chile bfai, 2006, siehe: Wirtschaftsdaten kompakt]~ = geschätzt
| |
| Entwicklung des BIP (nominal) |
|
| absolut (in Mrd. US-Dollar)> | je Einwohner (in Tausend US-Dollar) |
|
Jahr| 2005 | 2006 | 2007 | Jahr | 2005 | 2006 | 2007 |
| BIP in Mrd. US-Dollar | 115 | 145 | 164 | BIP je Einw. (in Tsd. US$) | 7,1 | 8,9 | 10,0 |
Quelle: bfai
|
| Entwicklung der Inflationsrate> | Entwicklung des Haushaltssaldos |
|
| in % gegenüber dem Vorjahr> | in % des BIP ("minus" bedeutet Defizit im Staatshaushalt) |
|
Jahr| 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | Jahr | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 |
| Inflationsrate | 1,1 | 3,1 | ~ 3,5 | ~ 3 | Haushaltssaldo | 2,1 | 4,8 | ~ 3 | ~ 3 |
Quelle: bfai ~ = geschätzt
| |
| Haupthandelspartner (2005) |
|
| Ausfuhr (in %) nach |
| 14,8 | 16,7 |
| USA | 14,5 | Japan | 11,5 |
| Brasilien | 11,6 | Taiwan | 11,3 |
| VR China | 7,8 | VR China | 11,1 |
| Deutschland | 3,6 | Niederlande | 5,9 |
| Peru | 3,4 | Korea (Rep.) | 5,6 |
| Korea (Rep.) | 3,3 | Brasilien | 4,4 |
| sonstige Länder | 41,0 | sonstige Länder | 44,8 |
Quelle: bfai
|
| Hauptprodukte des Außenhandels (2005) |
|
| |
| 34,0 | 56,2 |
| Kupfer | 45,1 | Konsumgüter | 14,1 |
| sonstige Bergbauerzeugnisse | 10,6 | Kapitalgüter | 21,7 |
| Landwirtschaft und Fischfang | 6,1 | | |
Quelle: bfai
|
| Entwicklung des Außenhandels |
|
| in Mrd. US-Dollar und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % |
|
| 2003> | 2004> | 2005> | 2006 |
|
| Mrd. US-Dollar | % gg. Vj. | Mrd. US-Dollar | % gg. Vj. | Mrd. US-Dollar | % gg. Vj. | Mrd. US-Dollar (1. Hj.) | % gg.Vj. |
| Einfuhr | 19,4 | 13 | 24,9 | 28 | 32,6 | 31 | 18,4 | 18 |
| Ausfuhr | 21,7 | 19 | 32,2 | 48 | 40,6 | 26 | 27,8 | 43 |
| Saldo | 2,3 | | 7,3 | | 8,0 | | 9,4 | |
Quelle: bfai
|
Staatshaushalt
Der
Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 37,87 Mrd.
US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 31,31 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 4,4 % des
BIP.
[ The World Factbook]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 13,5 Mrd. US-Dollar oder 9,0 % des BIP.
2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:
Gesundheit:
[Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4] 5,3 %
Bildung:
3,2 %
Militär:
2,7 %
+ Sehenswürdigkeiten
thumb Osterinsel,
Moais am Rano-Raraku
Atacamawüste. Der Osten ist von den
Anden geprägt. Zentralchile ist von mediterranem Klima beeinflusst. Der Kleine Süden ist geprägt von Wäldern und herrlichen Landschaften, die oft auch als Chilenische Schweiz bezeichnet werden. Ab der Region XI. gibt es bereits große Gletschergebiete. Der größte Gletscher Südamerikas ist das
Campo de Hielo Sur. Hier beginnt die karge Landschaft
Patagoniens. Das Klima ist rau und regenreich.
Eine ganz andere Welt bieten die ozeanischen Inseln, wie die
Osterinsel und die
Juan-Fernández-Inseln. Die Osterinsel ist besonders aus archäologischer Sicht sehr interessant.
Feuerland dient oft als Ausgangspunkt zur
Chilenischen Antarktis.
Nationalparks in Chile
thumb Nationalpark Torres del Paine thumb Talca Nationalparks und nationalen Reservaten, diese werden von der chilenischen Forstbehörde
CONAF verwaltet.
Die bekanntesten Nationalparks sind der Nationalpark Conguillio, der
Nationalpark Torres del Paine, der
Nationalpark Lauca, der
Nationalpark Bernardo O’Higgins und der
Nationalpark Rapa Nui auf der Osterinsel.
In der Provinz Palena bei
Chaitén liegt der mit privaten Mitteln errichtete über 3.000 Quadratkilometer große
Parque Pumalín. Er wurde vom US-Amerikaner
Douglas Tompkins durch große Landkäufe ab Mitte der 1990er-Jahre errichtet. Das Land wurde später der Non-Profit-Organisation Fundación Pumalin übergeben. Der Park ist insbesondere für den Öko-Tourismus interessant.
Siehe auch:
Nationalparks in Chile Biosphärenreservate in Chile
Die
UNESCO erklärte insgesamt 8 Gebiete in Chile zu
Biosphärenreservaten.
Nationalpark Bosque de Fray Jorge (1977)
Juan-Fernández-Inseln (1977)
Nationalpark Torres del Paine (1978)
Nationalpark Laguna San Rafael (1979)
Nationalpark Lauca (1981)
Araucarias (1984)
Nationalpark La Campana und
Lago Peñuelas (Nationales Reservat) (1984)
Nationalpark Kap Hoorn (2005)
Weltkulturerbe/Weltnaturerbe der UNESCO in Chile
Die
UNESCO erklärte bisher drei Plätze in Chile zum
Weltkulturerbe. Im Jahr 2000 den
Nationalpark Chiloé sowie einen Teil der dort befindlichen Holzkirchen, 2003 das historische Viertel der Hafenstadt
Valparaíso sowie 2005 die
Humberstone- und Santa-Laura-Salpeterwerke in der
Atacamawüste im Norden Chiles.
Zum
Weltnaturerbe wurden 1978 der
Nationalpark Torres del Paine und 1995 der
Nationalpark Rapa Nui auf der Osterinsel ernannt.
thumb Atacameños) (800 v. Chr–1100)
Santiago de Chile,
Concepción (Chile) und
Valparaíso bieten die größte Vielfalt an Museen und historischen Plätzen. Über das Land verteilt gibt es viele Monumente, die weit vor der spanischen Besiedlung entstanden sind.
+ Kultur
Zwischen der Kultur in den Städten und auf dem Land gibt es starke Unterschiede. Auf dem Lande spielen die
Folklore mit traditionellen Tänzen, wie dem Nationaltanz
Cueca eine wichtige Rolle. Die volkstümliche Kultur ist stark spanisch und
araukanisch geprägt. Payadores sind Volkssänger, deren Lieder meist von Liebe und Träumen handeln. Politische Lieder waren ihnen während der
Pinochet-Diktatur verboten. Das Kunsthandwerk auf dem Lande ist von indianischen Einflüssen gekennzeichnet. Hergestellt werden vor allem Web- und Töpferarbeiten, sowie
Schnitzereien. Eine wichtige Rolle auf dem Lande spielen die
Huasos eine Art chilenischer Cowboy oder
Gaucho. Sie sind auf fast allen Folklorefesten und speziell beim
chilenischen Rodeo dabei. Die Stadtkultur ist
kosmopolitischer geprägt.
Wichtigste Künstler im Überblick
thumbDie moderne chilenische Kultur wurde von mehreren herausragenden Persönlichkeiten geprägt:
Isabel Allende (* 1942) ist wohl die bekannteste zeitgenössische Schriftstellerin Chiles. Ihre Romane wie
Das Geisterhaus,
Fortunas Tochter oder Der unendliche Plan sind weltweit verlegt worden. Viele ihrer Bücher sind stark autobiografisch geprägt. Sie ist die Nichte des früheren Präsidenten
Salvador Allende.
Roberto Bolaño (1953–2003), Verfasser surrealistischer Lyrik und Prosa, ging nach dem Militärputsch 1973 ins Exil. Er ist Träger vieler Literaturpreise und starb in
Barcelona, Spanien.
Víctor Jara (1932–1973) war ein politischer Sänger und zählt zu den großen Vertretern der „Nueva Canción“ (Neues Lied), einer breiten revolutionären künstlerischen Bewegung in ganz Südamerika. Er unterstützte aktiv Salvador Allende und wurde während des Militärputsches 1973 gefoltert und getötet.
Gabriela Mistral (1889–1957), Dichterin und Nobelpreisträgerin 1945, schrieb in ihren Gedichten über Liebe, Tod und Hoffnung, nachdem ihr Geliebter Romelio Ureta Selbstmord begangen hatte. Später arbeitete sie im diplomatischen Dienst Chiles.
Pablo Neruda (1904–1973), ist ein weltbekannter Dichter, Schriftsteller und Nobelpreisträger 1971. Er verfasste viel soziale und politische Lyrik und arbeitete als Botschafter in Frankreich für die Regierung von Salvador Allende. Er starb kurz nach dem Militärputsch 1973 an Krebs. Sein Begräbnis wurde zur ersten öffentlichen Demonstration gegen das Militärregime.
Violeta Parra (1917–1967) begründete die „Nueva Canción Chilena“. Die Sängerin wuchs in Armut auf, komponierte schon früh eigene Folklorelieder und begann in den fünfziger Jahren, traditionelles Liedgut zu sammeln und zu dokumentieren. Ihre eigenen Werke hatten einen stärker politischen Charakter. Neben der Musik dichtete sie, malte, webte und schuf Skulpturen. Viele chilenische und internationale Künstler haben ihre Werke interpretiert, ihr bekanntestes Lied ist Gracias a la vida.
Die Gruppen
Illapu,
Inti Illimani und
Quilapayún machten die Musik der „Nueva Canción Chilena“ weltbekannt. Sie mussten nach dem Militärputsch lange Jahre im Exil verbringen und haben ihr musikalisches Spektrum beständig erweitert.
Antonio Skármeta (* 1940), Schriftsteller und Anhänger von Salvador Allende, verließ nach dem Militärputsch 1973 das Land. Er verfasste Romane und Erzählungen, die sich oft mit der Militärdiktatur befassten. Von 2000 bis 2003 war er chilenischer Botschafter in Berlin, wo er auch während seines Exils gelebt hatte.
Der moderne chilenische Film beschäftigt sich oft mit der Zeit der Militärdiktatur von 1973 bis 1989. Zu den berühmtesten Regisseuren gehören
Andrés Wood und
Miguel Littín.
Roberto Matta (1911–2002), großer surrealistischer Maler des 20. Jahrhunderts und Freund von Salvador Dalí und Federico Garcia Lorca.
Claudio Arrau (1903–1991), geboren in Chillán, der bedeutendste chilenische Pianist und eine der wichtigsten Musikerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit. Seine Interpretation der Werke Beethovens, Schumanns und vieler anderer Komponisten des klassischen Repertoires sind bis heute Maßstab setzend.
Carmen Castillo, geboren 1945 in Santiago de Chile, schrieb 1979 Santiago de Chile, ein Tag im Oktober, ein Buch über ihr Leben im Untergrund nach dem Militärputsch.
Alejandro Jodorowsky, Schauspieler, Autor und Regisseur einer Reihe surrealistischer Filme darunter
El Topo und
Montana Sacra – Der heilige Berg.
Sport
thumb Nicolás Massú thumb Fernando González Fußball-Weltmeisterschaft 1962 fand in Chile statt. Die
chilenische Fußballnationalmannschaft erreichte dabei einen achtbaren dritten Platz, das ist das beste Ergebnis bei einer Weltmeisterschaft. Chile hat sich bisher siebenmal für die WM qualifiziert, und steht in diesem Kriterium in Südamerika auf dem vierten Platz hinter Brasilien, Argentinien und Uruguay. In der
FIFA-Rangliste ist Chile im Mai 2007 auf den 43. Platz zurückgefallen. Zu den nationalen Fußballlegenden zählen
Ivan Zamorano,
Marcelo Salas und unangefochten an der Spitze
Elias Figueroa, erster (und neben
Zico einziger) Spieler Amerikas, der dreimal den Titel des besten Spielers des Kontinents erringen konnte. Figueroa gilt heutzutage als einer der besten Abwehrspieler des letzten Jahrhunderts. Aber auch
Matías Fernández, Südamerikas Fußballer des Jahres 2006, ist ein viel versprechendes Talent im chilenischen Fußball. Ebenfalls ist
David Arellano zu erwähnen, der als Erfinder des Fallrückziehers, oder auch auf spanisch la chilena, gilt.
Neben Fußball spielen insbesondere
Tennis, der
Reitsport (hier vor allem auch das
chilenische Rodeo) und das
Segeln eine bedeutende Rolle. Im Tennisdoppel gewann
Nicolás Massú mit seinem Partner
Fernando González bei den
Olympischen Sommerspielen 2004 das erste Olympiagold für Chile überhaupt. Einen Tag später krönte Massú seine Olympiateilnahme mit dem Sieg im Herreneinzel und González gewann die Bronze-Medaille. Eine der großen Sportlegenden in Chile ist der Tennisspieler
Marcelo Ríos, der als erster Spanischsprechender, vor Ferrero und Moya, den Weltranglistenplatz 1 erreichte, und somit zeitweise Pete Sampras ablöste. Im Segelsport, Kategorie Breitling, besetzten chilenische Teams in prestigeträchtigen Rennen, wie zum Beispiel der Copa del Rey, regelmäßig die ersten drei Plätze.
Am 3. Mai 2008 besiegte die chilenische Polo-Nationalmannschaft im WM-Finale in Mexiko-Stadt den amtierenden Weltmeister Brasilien und wurde somit erstmalig Weltmeister in dieser Disziplin.
Im
Rudern (
Zweier ohne Steuermann) wurden
Christian Yantani und
Miguel Angel Cerda im Jahre 2002 in
Sevilla Weltmeister. 2005 wurde Cerda in
Japan mit
Felipe Leal Vizeweltmeister und in der
Schweiz Weltmeister.
Carlo de Gavardo ist zweifacher Motorrad-Rallye Weltmeister und ein potentieller Kandidat für einen Sieg bei der
Paris-Dakar Rallye.
Siehe auch:
Liste der olympischen Medaillengewinner aus Chile Medien
Wichtigste Informationsquelle der chilenischen Bevölkerung ist das Fernsehen.
Die wichtigsten Fernsehsender sind das staatliche
TVN-Programm, der Sender Canal 13 der katholischen Universität
Universidad Católica und der private Sender Megavisión. Das Programm der Fernsehsender ist hauptsächlich auf Unterhaltung, das heißt auf Shows, US-amerikanische Filme und Fernsehserien, die beliebten „Teleserias“ (
Telenovelas, zumeist aus eigener Produktion) sowie auf Sportberichterstattung ausgerichtet. Politische Sendungen, Naturdokumentationen und Kulturprogramme sind dagegen eher dünn gesät, dann aber oft von guter Qualität. Die Nachrichten beginnen erst um 21 Uhr und dauern etwa eine Stunde.
Die Presselandschaft wird weitgehend von zwei Konzernen dominiert, dem
Mercurio- und dem COPESA-Konzern, nachdem sich eine Reihe von Publikationen aus dem politischen Mitte-Links-Spektrum nach dem Rückgang der Politikbegeisterung zur Zeit der Redemokratisierung nicht auf Dauer im Markt halten konnten. Die beiden jeweiligen „Flaggschiffe“ der Pressekonzerne sind
El Mercurio, eine Zeitung, die in Qualität und politischer Ausrichtung etwa mit der
Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu vergleichen ist, sowie La Tercera. Zu den selten gewordenen bunten Vögeln in der Presselandschaft gehört das Hausblatt der kommunistischen Partei, El Siglo, sowie die ebenfalls linksorientierte, aber parteiungebundene Zeitschrift Punto Final.
Wichtige Wochenzeitschriften sind Ercilla und Qué Pasa. Darüber hinaus gibt es die deutschsprachige Wochenzeitung Cóndor.
[http://www.condor.cl]Siehe auch:
Liste der chilenischen Fernsehkanäle Kulinarische Spezialitäten und Essgewohnheiten
{{Belege fehlen}}
thumb
thumb Kürbis und anderem Gemüse; dazu
Rote Rübe,
Grüner Salat, junge
Bohnen,
Petersilie,
Korianderkraut und Pebre sowie selbstgebackenes Brot und chilenischer Rotwein.
Konfiserie. Auch der
Christstollen ist als
Weihnachtsgebäck bekannt. Ebenfalls auf deutsche und andere mitteleuropäische Einflüsse zurückzuführen ist das typisch chilenische
Sauerkraut (Chucrú vom französischen
Choucroute), die Vorliebe für
quarkähnliche Frischkäsezubereitungen und die vor allem im Süden sehr starke Brautradition. Viele
Biere werden nach dem deutschen
Reinheitsgebot gebraut und oft wird aus deutschen Anbaugebieten importierter
Hopfen verwendet.
Aufgrund der sonnigen Bedingungen in Mittel- und Nordchile und der vulkanischen Böden eignet sich das Land sehr gut zum Anbau von
Feldfrüchten und
Obstsorten, die in großer Vielfalt auf Chiles Märkten feilgeboten werden. Als einem der Ursprungsländer der
Kartoffel finden sich auch sehr viele unterschiedliche Speisekartoffelsorten. Der mindestens einmalige wöchentliche Marktbesuch und die Verwendung frischer
Gemüse und anderer Zutaten in der Küche spielt für die Mehrzahl der chilenischen
Hausfrauen und die in wohlhabenden Haushalten häufig anzutreffenden
Küchenmamsells noch immer eine große Rolle.
Neben einem reichen Angebot an Fisch und
Meeresfrüchten wird in Chile sehr gerne
Huhn gegessen. Gegrilltes Fleisch, ein so genannter
Asado, gehört wie im Nachbarland Argentinien zu den traditionellen Speisen bei geselligen Anlässen. Neben Rind- und Schweinefleisch werden dabei vor allem würzige Paprikawürste (Longanizas) verwendet. Das Fleisch wird vor dem Grillen gern einige Stunden in Bier eingelegt, um seine Zartheit zu erhöhen.
Zu den Nationalgerichten zählt die chilenische
Empanada, das sind unterschiedlich (bspw. mit Rindfleisch, Hühnchen, Meeresfrüchten oder Käse) gefüllte Teigtaschen, die im Ofen gebacken oder frittiert zubereitet werden können. Die Cazuela ist ein kräftiges
Eintopfgericht, in dem Hühnchen oder auch Rindfleisch,
Maiskolben (Choclos), Kürbis und weiteres Gemüse verwendet wird. Als Humitas wird ein Maisbrei bezeichnet, der in Maisblättern gekocht und süß oder salzig gegessen wird. Pebre ist eine aus scharfem
Paprika (Ají), fein gehackten Zwiebeln und Kräutern zubereitete Öl-Zitronen-Sauce, die vor allem zu Fleisch, aber auch als Würze zu anderen Gerichten gereicht wird. Beliebt sind auch mit getrocknetem
Kelp, Cochayuyo genannt (es handelt sich um
Braunalgen der Art Durvillaea antarctica), zubereitete Beilagen. Die relativ geschmacklose Alge wird dazu klein geschnitten und mit Zwiebeln, unterschiedlichen Gewürzen und Kräutern und unter Umständen auch
Hülsenfrüchten oder anderem Gemüse vermengt gegart. Typisch ist auch das so genannte „geröstete Mehl“ (harina tostada), gewonnen aus erhitztem und anschließend zermahlenen
Weizen, der mit Wasser und Zucker, eventuell auch Melonensaft oder Wein, zu einer zähflüssigen Mischung verarbeitet werden kann, dem ulpo, der als stärkendes Erfrischungsgetränk zu sich genommen wird.
Der klassische chilenische
Schnellimbiss ist der Completo, eine Art
Hot Dog, der mit reichlich
Avocadomus (Palta) und Sauerkraut oder
Krautsalat (Chucrú) gereicht und mit
Chilipaste (salsa de ají chileno) und dem mild-süßen chilenischen
Senf gegessen wird.
thumbZu den Besonderheiten der Mahlzeitenfolge in Chile gehört, dass neben
Frühstück (desayuno) und
Mittagessen (almuerzo) auch am frühen Abend ein Imbiss gereicht wird, zu dem stets
Tee getrunken wird und der das in der Regel erst sehr spät eingenommene
Abendessen (comida) mitunter ersetzen kann. Diese
Zwischenmahlzeit wird tomar once (wörtlich „Elf einnehmen“) genannt. Diese für Chile eigentümliche Tradition wird auf englische Gebräuche (etwa den „
Fünf-Uhr-Tee“ oder den in England „Elevenses“ genannten Vormittagstee) zurückgeführt. Der genaue Ursprung der Bezeichnung ist zwar nicht mehr mit letzter Sicherheit zu eruieren, aber eine Herkunft aus der katholischen liturgischen Tagstundenzählung, die in vom Katholizismus geprägten Ländern wie Spanien, Italien und Chile bis weit ins 19. Jahrhundert üblich war, liegt durchaus nahe: Die erste Stunde (Prim) entspricht 6 Uhr; die sechste Stunde (Sext) 12 Uhr. Die elfte Stunde wäre dann exakt 17 Uhr. Dem widerspricht freilich nicht, dass die "Once" in Chile besonders im Sommer oft bis 19.30 Uhr hinausgeschoben wird. Andere Erklärung kommt vom Wort Aguardiente, eine chilenische Grappa, die genau 11 (also Once auf Spanisch) Buchstabe hat. Es wird erzählt, dass es früher ein Alkoholverbot in Chile gab. Die Leute haben so Once bestellt und Aguardiente in einer Tasse bekommen.
Der Wein in Chile ist von sehr guter Qualität und wird seit vielen Jahren mit großem Erfolg auf den Weltmarkt exportiert. Das Land gehört mittlerweile zu den sechs bedeutendsten Weinproduzenten der Welt.
Rebsorten wie
Merlot und
Cabernet Sauvignon sind im Rotweinsegment weit verbreitet und werden auf verschiedenen Qualitätsstufen produziert. Eine exklusive Rebsorte ist die
Carménère, eine besonders empfindliche Sorte von außergewöhnlicher Qualität, die heute (da in Frankreich durch
Reblausbefall ausgestorben) praktisch nur noch in Chile angebaut wird.
Siehe auch:
Weinbau in Chile Homosexualität
→ Hauptartikel:
Homosexualität in Chile Homosexuelle Handlungen wurden im Jahr 1998 entkriminalisiert. Gesellschaftlich wird Homosexualität auch zunehmend akzeptiert, auch wenn die Sichtbarkeit der
LGBT-Community noch klein bleibt. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften werden jedoch staatlich nicht anerkannt.
+ Feiertage
+ Einzelnachweise
+ Siehe auch
+ Literatur
Peter Imbusch (Hrsg.): Chile heute: Politik, Wirtschaft, Kultur. Vervuert, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-89354-590-5.
Dirk Heckmann: Chile & Antarktis & Osterinsel. OPS, München 1998, ISBN 3-930487-58-6.
Simon Collier & William F. Sater: A History of Chile, 1808–2002. 2. Ed., Cambridge University Press, Cambridge (u.a.) 2004, ISBN 0-521-82749-3.
Robert N. Burr: By Reason or Force. Chile and the Balancing of Power in South America 1830–1905. University of California Press, Berkeley 1974, ISBN 0-520-02629-2.
Günter Wessel: Die Allendes. Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 2004, ISBN 3-404-61537-9.
Oliver Zöllner: Generating Samples of Diasporic Minority Populations. A Chilean Example. In: Oliver Zöllner (Hrsg.): Targeting International Audiences. CIBAR, Bonn 2005, ISBN 3-932872-12-6, S. 138–149.
Webversion des Artikels Karl F. Appl: Die Geschichte der evangelischen Kirchen in Chile. Erlanger Verlag für Mission und Ökumene, Neuendettelsau 2006, ISBN 978-3-87214-616-8.
Karla Berndt & Birgit Heitfeld: Die chilenische Küche. Umschau, Neustadt an der Weinstraße 2006, ISBN 978-3-86528-266-8.
Boris Schöppner: Nachbeben: Chile zwischen Pinochet und Zukunft. Reportagen und Interviews. Trotzdem Verlagsgenossenschaft, Frankfurt/M. 2008. ISBN 978-3-86569-920-6.
+ Weblinks
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ThisisChile.cl - Official Chile website - English and Spanish version Offizielle Netzpräsenz der Vertretungen der Republik Chile in Deutschland Länderinformationen des Auswärtigen Amtes zu Chile Chiles Regierung (spanisch)
FDCL – Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika {{CIA-Factbook|Pfad=|Code=CI}}
Instituto Geográfico Militar (spanisch, für Karten)
Täglich aktuelle Infos und Nachrichten über Chile Deutschsprachige Nachrichten über Chile und Chilenen im Ausland Nationales Sportinstitut Chiledeportes Deutsch-Chilenische Wochenzeitung Condor Archäologie in Chile (spanisch)
Museen, Bibliotheken und Archive in Chile (spanisch)
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Wichtige Informationen zur Buchung
Die Leistungen unserer Reisen ...
... sind bei den einzelnen Lateinamerika-Reisen jeweils detailliert genannt. Grundsätzlich sind bei allen Gruppenreisen folgende Leistungen enthalten, die auf den Folgeseiten nicht nochmals einzeln aufgeführt werden:
- Der Reisepreissicherungsschein, der Ihnen die Absicherung Ihres Reisepreises garantiert.
- Umfangreiche Zusatzinformationen zu der gebuchten Reise und praktische Informationen zum Reiseland.
- Die zur Durchführung der im Programm vorgesehenen Aktivitäten notwendige Ausrüstung (Ausnahme sind Kleidungsstücke, Wanderschuhe, Wanderstöcke oder Schlafsäcke).
- Bei allen Gruppenreisen, die eine Radtour enthalten, ist ein Begleitfahrzeug zur Gepäckbeförderung enthalten, welches i.d.R. auch müde Biker mitnimmt.
Im Preis nie enthalten ist ...
... die bei der Ausreise an einige Flughäfen zu entrichtende Ausreisesteuer. Diese beträgt je nach Reiseland i.d.R. zwischen 20 - 40 US$. Der aktuell gültige Betrag ist stets unter der Sektion "Zusatzausgaben" angegeben.
Abflughäfen / Flugkontingente
Für unsere Gruppenreisen werden bei den Fluggesellschaften i.d.R. Kontingente angelegt, über die wir meist bis 8 Wochen vor Reisebeginn verfügen können. Bei kurzfristigeren Buchungen muss der Flug i.d.R. einzeln auf Vakanz und ggf. zu einem höheren Tarif gebucht werden. Für diesen Fall behalten wir uns in Abstimmung mit dem Kunden die Berechnung eines Aufpreises vor. Zubringerflüge zu dem Flughafen, ab dem die Langstrecke startet, müssen grundsätzlich auf Vakanz gebucht werden. Grundsätzlich empfehlen wir eine frühzeitige Buchung.
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