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Marokko - Trekking Wüste, Berge, Dünen (16 Tage)
Reiseübersicht
Teilnehmerzahl: mind. 4 Personen - max. 14 Personen
Aktivitäten während der Reise: RundreiseWandern/Trekking
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Reisebeschreibung
Marrakech Inbegriff einer orientalischen Stadt

9-tägige Wüstenwanderung im Gebiet Tazarine Merzouga mit den Ait Khabbach-Nomaden

Formenreiche Dünen, Oasen und herrliche Weiten

Straße der Kasbahs mit ihrer unvergleichlichen Lehmarchitektur

Symphonie der Farben und Formen in einem der vielfältigsten Wüstengebiete Marokkos. Hier mischen sich schwarze Felsformationen mit rötlichem Wüstensand, herrliche einsame Dünenlandschaften, weite Ebenen, Schluchten und malerische Steinwüsten.

Die Wüste hat hier ein unendlich facettenreiches Gesicht - Sie werden staunen! Wir wandern tagelang durch herrliche Dünenlandschaften, weite Ebenen, Schluchten und Steinwüsten, campieren in den Dünen und genießen das Schauspiel des Sonnenunterganges. Das Gehen in der Wüste ermöglicht es uns, in eine für uns ungewohnte Weite und Stille einzutauchen und unsere Sinne neu zu entdecken.

Wir springen über den Dünenkamm, lassen den Sand durch unsere Finger rieseln und genießen die einmalige Abendstimmung - mit einem Glas süßen Pfefferminztee und frisch gebackenem Brot vom Feuer. Bei Brunnen und in weiten Dünenlandschaften schlagen wir die Zelte auf. Wir tauchen ein in die traumhafte Landschaft und finden Ruhe, Abstand und Freude im Einfachen. Selten treffen wir Siedlungen und NomadInnen mit ihren Herden. Diese Tour lässt das Herz der NomadIn und LiebhaberIn des Gehens höher schlagen. Der Kreis unserer Trekkingreise schließt sich bei der Rückfahrt über die Straße der Kasbahs und einem Aufenthalt in der quirligen Stadt Marrakech der Inbegriff einer orientalischen Stadt.

Unser Kommentar:

Einer unserer "Klassiker" und seit vielen Jahren im Programm. Für jene WüstenliebhaberInnen, die eine längere Wanderung durch vielfältigste Wüstenlandschaften unternehmen möchten.

++ Reiseablauf ++

1. Tag: Flug nach Casablanca

Flug nach Casablanca mit anschließendem Transfer nach Marrakech zum Hotel. Auf der Fahrt bekommen wir einen ersten Eindruck von diesem faszinierenden Land mit den 2500 Kilometern Küsten an Atlantik und Mittelmeer, weiten & fruchtbaren Ebenen, dem schneebedeckten Hochgebirge, bilderbuchartigen Sandwüsten und pulsierenden Städten. Übernachtung im Doppelzimmer mit Frühstück in einfachem Hotel.

2. Tag: Marrakech

Das Tor zum Süden bietet facettenreiche Eindrücke wie von 1001 Nacht: Paläste und unendlich fein verzierte Koranschulen, verwinkelte Gassen der Medina, Gewürze und Düfte, Gärten und Palmenhaine. Der Djema el Fna, der lebendigste und berühmteste Platz Afrikas, auf dem jeden Tag von Neuem ein großes Freiluft-spektakel stattfindet: Akrobaten, Schlangenbeschwörer, Märchenerzähler, Wunderheiler, Garküchen, etc. Einführung, Orientierung und ½ Tag Stadtspaziergang, deutschsprachig. Übernachtung in einfachem Hotel/Riad (F/-/-)

3. Tag: Fahrt in den Süden

Nach einem feinen Frühstück brechen wir auf. Die Reise führt über den hohen Atlas nach Ouarzazat in Richtung Draatal. Wir überqueren den Tizi n Tnifift - Paß (1860m), vorbei an schönen Oasen -dörfern und einem herrlichen Blick zum Jebel Sarhro, der letzten Bergkette vor der großen Sahara. Ankunft in einer Oasen, die über Jahrhunderte End- und Ausgangspunkt von Wüstenkarawanen war. Übernachtung in einem einfachen Camping unter Nomadenzelten.Camping (8 Std. Fahrt) (F/M/A)

4. Tag: Zur Oase und den ersten Schritten in der Wüste

Am frühen Morgen gelangen wir mit dem Lokaltransit zu einer weiteren Oase, wo wir unser Begleitteam treffen. Das Gepäck wird auf Lastkamele verladen. Die folgenden Tage brauchen wir nur mehr unsere Tagesrucksäcke zu tragen. Es gibt für je zwei Personen ein Igluzelt zum Schlafen, sowie ein großes Berberzelt als Stube, ein Küchen- und ein Toilettenzelt.Heute Nachmittag gehen wir durch ein Tal mit Akazien und Tamariskenbäumen, durchqueren kleine Oasen, Dörfer. Bei kleinen Dünen genießen wir unsere erste Nacht in der Wüste. Camp (3 Std. Lokaltransport, 3 Std. Wanderung) (F/M/A)

5. - 12. Tag: 8 Tage Wanderung in der vielfältigen Wüste

In unserem Wandergebiet leben die Nomaden des Berberstammes Ait Khabbach, die in dieser Gegend ihre Zelte aus Ziegen- und Dromedarhaaren aufschlagen. Kamelherden und Ziegen sind ihre Lebensgrundlage und sie ziehen mit ihren Tieren der Nahrung nach. Weite Plateaus, Berge am Horizont, Tamariskenwäldchen.

Die skurrilen Formen der schwarzen Steine zu unseren Füssen lassen uns immer wieder innehalten. Vulkangestein zeugt von einer Funken sprühenden Vergangenheit. Lager bei Sanddünen mit

Tamarisken.Über eine weite Ebene nach Osten überqueren wir eine ausgetrocknete Seenpfanne. Nach einer Rast erklimmen wir die Erhebung zu unserer Seite. Hier ist wohl einer der landschaftlichen Höhepunkte der Wanderung. Es erwarten uns fast surreale Landschaften, weite Täler und Hochebenen, wie Riffs ragen schwarze Feldzacken aus dem rötlichen Sand. Wir gehen immer weiter, entlang des Kammes und haben 360° Ausblick. Je tiefer der Sonnenstand, desto unwirklicher die Eindrücke. Das Farb- und Formenspiel ist atemberaubend. Nach dem Sonnenuntergang düsen wir eine große Düne hinunter zu unserem Lagerplatz und warmem Tee.Vulkanische Felsrücken, Akazienbüsche, roter Sand formierten sich hier zu einer überaus eindrucksvollen Kulisse! Weit weg von der "zivilisierten Welt", fast weg von der Zeit, gehen wir weiter. Der Rhythmus des Gehens, Schauens, Rasten und das Lagerleben ist nun schon zu unserer täglichen Routine geworden. Die Gedanken werden ruhig, still und klarer. Zu unseren Füssen breitet sich eine weitere neue "Bodenerfahrung" aus und lockt zum Spiele. In herrlichen Dünen nächtigen wir.Auf einem für uns ausgebreiteten gelben Sandteppich gehen wir gemächlich unseres Weges, folgen dem ursprünglichen Flusslauf, gönnen uns ein feines Mittagessen im Schatten eines Baumes und gelangen zu Fuß zu einem weiteren Naturbild, das uns staunend innehalten lässt. Sanddünen in gelb, rosa, braun drängen sich in den Vordergrund, die runden schwarzen Felsen stehen seit Jahrzehnten im Hintergrund und trotzen der Wüste.Wir wandern weiter in östlicher Richtung durch archaische Landschaften. Steingebilde, von Wind und Sand geformten Skulpturen sind unsere Gehunterlage. Wir gehen vorbei an Hennafeldern und suchen einen Brunnen in dessen Umgebung wir uns für heute niederlassen. Wir nehmen unseren Rucksack und gehen der Sonne entgegen. Über weite Ebenen führt unser Weg und schon bald schließen die Dromedare mit ihren Führer zu uns auf. Ein neuer Gehrhythmus breitet sich aus, die Tiere gehen ihre regelmäßigen schaukelnden Schritte, währenddessen die Männer leichten Fußes neben ihnen dahin ziehen, Sprechgesänge in

Berbersprache singen und sich unterhalten. Sprachmelodien, Landschaft, Dromedaraugenaufschlag, Steine werden zu einem einzigartigen Schauspiel. Camp bei Dünen. Gemächlich gehen wir unseren Rasttag in den Dünen an - strecken und recken uns im Schlafsack und gönnen uns ein ausgiebiges Frühstück. Wir entdecken die Vielfalt der unberührten faszinierenden Umgebung. Schwarzes Gestein umhüllt von warmem rotem Sand, Tamarisken, weich geschwungene Linien - ein Ort zum Verweilen. Mit dem Sonnenstand verändern sich die Bilder, die Formen. Die Sonne geht über den Dünen auf und es ist Zeit, Schlafsack und Matten

zusammenzupacken. Ausgeruht und reich an Bildern nehmen wir das Wanderleben wieder auf. Über kleine Hügel mit schwarzem Gestein übersät, ziehen wir zu unserem nächsten Camp. Kleine ausgetrocknete Oued weisen uns den Weg - am Horizont die Gipfel der Sandberge von Erg Merzouga. Bereits errichten unsere

Begleiter das Camp am Fusse von Sanddünen. Camps (4 - 6 Std. Wanderung bei unterschiedlicher Bodenbeschaffenheit) (F/M/A)

13. Tag: Wüste - Straße der Kasbhas

Der letzte Morgen mit unserer Equipe ist angebrochen, wir verabschieden uns von Berbern und Tieren. Rückreise durch die großen Palmenhaine des Tafilalet. Wir fahren ins Todratal auf der Strasse der 1000 Kasbahs, lassen die neuen Landschaftseindrücke an uns vorbeiziehen. Spaziergang in den Palmenhainen.Übernachtung in einer Herberge (6 Std. Fahrt) (F/M/A)

14. Tag: Über den Atlas nach Marrakech

Pittoreske Lehmwohnburgen, braune, schroffe Felsen, grüne Felder, Berberdörfer, Musik verkürzen die Rückfahrt. Wir überqueren die Berge des hohen Atlas und erreichen nach ca. 6 Std. Fahrt die ehemalige Königsstadt Marrakech, freier Abend.Übernachtung in einfachem Hotel/Riad (6 Std. Fahrt) (F/M/-)

15. Tag: Marrakech

Tag zur individuellen Gestaltung in Marrakech. Übernachtung in einfachem Hotel/Riad (F/-/-). Wir genießen das Treiben in den quirligen Bazaren und Handwerkergässchen und erhaschen uns einen letzten Blick vom Kaffeehaus aus auf das, über der Stadt thronende, schneebedeckte Gebirgsmassiv des Hohen Atlas.Übernachtung in einfachem Hotel/Riad (F/-/-)

16. Tag: Abreise

Transfer zum Flughafen nach Casablanca, Rückflug nach Europa oder Verlängerungswoche. (3 ½ Fahrt) (F/-/-)

Leistungen
Linienflug nach Marokko. Abflüge ab Wien und Frankfurt im Preis inkludiert. Weitere europäische Städte auf Anfrage möglich (ev. Aufzahlung)

Inklusive Flughafensteuern ab Wien oder Frankfurt (EUR 210.-; Stand Sept. 09)

Unterbringung laut Programm im Doppelzimmer bzw. 2- Personen-Zelten

Auf der gesamten Tour Vollpension, ausgenommen in Marrakech nur Frühstück

Führung und Betreuung durch einen geprüften, lizenzierten einheimischen Bergführer, deutsch- oder z.T. englischsprechend.

Koch und gesamte Campingausstattung während der gesamten Tour

Gepäcktransport mit Lastkamelen bei der Trekkingtour

Begrüßung, Orientierung und ½ Tag Stadtspaziergang in Marrakech

Alle Transfers lt. Programm

1 Dumont Reiseführer: "Marokko, der Süden", 240 S. von Hartmut Buchholz pro DZ

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Reisedatum
Reisepreis
EZ-Zuschlag

02.10.2010 - 17.10.2010
1890 €
 
190 €
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13.11.2010 - 28.11.2010
1890 €
 
190 €
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15.01.2011 - 30.01.2011
1890 €
 
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26.02.2011 - 13.03.2011
1890 €
 
190 €
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Hinweise
Änderungen im Programmablauf:

Wir bitten Sie, das vorliegende Detailprogramm nur als generellen Ablaufplan zu verstehen. Obwohl wir unsere Programme mindestens einmal pro Jahr auf den neuesten Stand bringen, können sich vor Ort kurzfristigere Änderungen des Programms ergeben. Änderungen von Wegen und Routen, Transportprobleme, schlechter Straßenzustand, Änderungen von Permit- und Trekkingbestimmungen, ungünstige Wetterverhältnisse etc. können zu Programmumstellungen führen. IhrE ReiseleiterIn wird jeweils vor Ort die notwendigen Umstellungen durchführen und Sie darüber informieren. Wir und alle unsere PartnerInnen bemühen uns hier flexibel und immer im Sinne einer bestmöglichen Durchführung des Reisecharakters zu agieren. Wir bitten daher auch unsere KundInnen um Flexibilität. Solche unvorhersehbaren Programmänderungen sind weder Reklamations- noch Refundierungsgründe - etwaige Zusatzkosten gehen zu Lasten der Teilnehmer.

Im Programm evtl. namentlich angeführteR ReiseleiterIn gilt vorbehaltlich. Im Falle von Krankheit, Verhinderung etc. behalten wir uns vor, auch ohne Vorankündigung, eineN ErsatzreiseleiterIn zu stellen. Dies berechtigt nicht zum Reiserücktritt, bzw. zu Rückzahlungsforderungen.

Programmhinweis: Unter 6 Personen: Aufzahlung 90,- € p. P. und Transfer vom Flughafen Casablanca nach Marrakech und zurück mit Zug statt Bus (Zugticket extra 15 €)

Single Spezial: Bei dieser Reise garantieren wir ein 1/2 Doppelzimmer. Ein EZ-Zuschlag (EZZ) wird nur bei ausdrücklicher Buchung verrechnet.

Generelle Hinweise:

Vorgeschriebene Impfungen: Keine. Beachten Sie bitte die aktuellen Impfempfehlungen von Hausarzt, Gesundheitsamt oder Tropeninstitut.

Einreise: Reisepass, Gültigkeit mind. 6 Monate über Reiseende hinaus.

Vor allem in der Hochsaison kommt es manchmal zu Flugverspätungen bzw. Verzögerungen bei der Gepäcksauslieferung. Bitte nehmen Sie daher zur Sicherheit die wichtigsten persönlichen Dinge (pers. Gegenstände, Goretexjacke, Kamera, Bücher für längere Wartezeiten etc.) mit ins Handgepäck. Bitte beachten Sie die Handgepäcksbestimmungen bezüglich Flüssigkeiten etc.

Teilnahme auf eigene Gefahr. Irrtümer und Änderungen vorbehalten. Es gelten die allgemeinen Reisebedingungen mit unseren "Besonderen Weltweitwandern Bedingungen".

Die endgültigen Flugzeiten, Flugroute bzw. linie erhalten sie mit den Reiseunterlagen ca. 10 Tage vor Abreise. Die internationalen Flugverbindungen sind derzeit starken Veränderungen unterworfen. Flugzeiten können sich daher kurzfristig ändern.

Kalkulationsstand der Preise: Juni 2009

Ein Teil des Erlöses aus dieser Reise geht an ausgesuchte Projekte weltweit.

Anforderungen
Anforderungen an Reiseteilnehmer/innen
Die Anforderungen für das Wandern sind technisch gesehen nicht sehr schwierig. Wir wandern täglich bis zu

ca. 7 Std. auf verschiedener Bodenbeschaffenheit. Diese Wanderung ist für alle Menschen, die für längere

Zeit und tief in die Wüste eintauchen wollen. Auf den äußerst vielfältigen Wegen erlebt man viel

ursprüngliches Leben und äußerst abwechslungsreiche Landschaften. Die lange Gehdauer pro Tag erfordert

eine ausreichende Kondition!Das Tragen einer Kopfbedeckung und einer Sonnenbrille ist sehr

wichtig.Schichtenprinzip bei der Bekleidung mit genügend warmen Schichten ist besonders wichtig, da es von

Minusgraden im Atlasgebirge, oder in der Früh in der Wüste bis großer Hitze alle Klimastufen an einem

einzigen Tag haben kann. Durch die Schichten hat man dann eine gute Regulierungsmöglichkeit.Ein guter

Schlafsack mit einem Komforttemperaturbereich bis minus 5 °C ist ganz besonders wichtig!Wasser zum

Waschen ist fast immer vorhanden, manchmal aber sparsam zu verwenden. Hier erleichtern Feuchttücher

das Reinigen der Hände und des Gesichtes.Bitte IMMER eine Kopfbedeckung tragen: Ein Sonnenstich ist

äußerst unangenehm! (Anzeichen: Übelkeit, Fieber, etc....) Fast bei jeder Gruppe gibt es leider

TeilnehmerInnen, die unsere Warnungen diesbezüglich nicht ernst nehmen und dann Beschwerden durch die

ungewohnt starke Sonne bekommen. Deshalb noch einmal: BITTE wandern Sie nicht ohne Kopfbedeckung in

der Wüste!

Zusatzausgaben
Impfungen, Versicherungen, etc.;

Ausgaben persönlicher Natur wie Getränke, Souvenirs, Trinkgelder;

Trinkgelder für Crew (ca. EUR 50,- bis 70,- pro ReiseteilnehmerIn);

Zusätzliche Kosten bei Krankheit, Bergrettung, Änderung der Route durch höhere Gewalt bzw. Flugzeitverschiebungen;

Hauptmahlzeiten in Marrakech (ca. EUR 10,- / Mahlzeit)

Optional (Buchung vor Abreise):

Schlafsackmiete 25,- EUR/Tour

Reitmaultier/Kamel 230,- EUR/Tour

Übersichtskarte
Aktuelle Ansicht:
Übersichtskarte
Informationen zum Reiseziel
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Marokko aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

{{Begriffsklärungshinweis|Eine Beschreibung des Films von Josef von Sternberg befindet sich unter Marokko (Film)}}

Staat
NAME المملكة المغربية
al-Mamlaka al-Maghribīya
Königreich Marokko
BILD-FLAGGE Flag of Morocco.svg
ARTIKEL-FLAGGE Nationalflagge von Marokko
BILD-WAPPENCoat_of_arms_of_Morocco.svg
BILD-WAPPEN-BREITE 120px
ARTIKEL-WAPPEN Wappen Marokkos
WAHLSPRUCH الله، الوطن، الملك
Allāh, al-Watan, al-Malik
( Arab. für „Gott, Vaterland, König“)
AMTSSPRACHE Arabisch
HAUPTSTADT Rabat
STAATSFORM Konstitutionelle Monarchie
STAATSOBERHAUPT König Mohammed VI.
REGIERUNGSCHEF Premierminister Abbas al-Fassi
FLÄCHE 446.550
EINWOHNER 32.000.000 (Schätzung Juli 2008)
BEV-DICHTE 67
BIP 73.429 Mio. US$ (58.)
BIP-ERWEITERT nominal (2007) International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, April 2008
BIP/EINWOHNER 2.389 US$ (107.)
HDI 0,646 (126.)
WÄHRUNG 1 Dirham (DH) 100 Centimes
UNABHÄNGIGKEIT von Frankreich und Spanien am 2. März 1956
NATIONALHYMNE Hymne Chérifien
ZEITZONE UTC
KFZ-KENNZEICHEN MA
INTERNET-TLD .ma
TELEFON-VORWAHL +212
ANMERKUNGEN Alle Angaben beziehen sich auf das Kerngebiet ohne die Westsahara.
BILD-LAGE Africa morocco.png
Marokko, {{ArS|المغرب}} al-maghrib, Königreich Marokko ({{ArS|المملكة المغربية}} al-Mamlaka al-Maghribīya („Königreich des Westens“); liegt im Nordwesten Afrikas und ist durch die Straße von Gibraltar vom europäischen Kontinent getrennt. Als westlichstes der drei Maghrebländer grenzt es im Norden an das Mittelmeer, im Westen an den Atlantischen Ozean und im Osten an Algerien. Marokkos Südgrenze ist wegen des Westsaharakonfliktes bis zum Abhalten eines UN-Referendums über die zukünftige Zugehörigkeit der Westsahara international umstritten.
Während sich das Land in der eigenen offiziellen Staatsbezeichnung „al-Mamlaka al-Maghribīya“ als „ Maghrebinisches Königreich“ bezeichnet (bis in die 1960er „ Scherifisches Maghrebinisches Königreich“), hat sich international die europäische Ableitung des Namens der ehemaligen Hauptstadt Marrakesch für das gesamte Königreich Marokko durchgesetzt.
Im Vergleich mit anderen afrikanischen Staaten ist Marokko flächenmäßig kein großes Land, in seiner Oberflächenform zeigt es jedoch ein überaus wechselvolles Bild. Im Wesentlichen lassen sich folgende natürliche Einheiten unterscheiden: die Küstenregionen im Norden und Westen; die atlantische Region mit der Marokkanischen Meseta; die montane Region mit dem Hohen und Mittleren Atlas und dem Rifgebirge; schließlich die transmontane Region mit den Plateaus im nordöstlichen Grenzgebiet, dem Antiatlas und den Beckenlandschaften im Randbereich der Sahara.

thumbDie Mittelmeerküste ist überwiegend steil und felsig und weist viele Kaps und Buchten auf. Nur im Mündungsbereich des Moulouya nahe der algerischen Grenze erweitert sich die mediterrane Küstenlandschaft zu einem Becken. Im Westen läuft der gebirgige Küstenabschnitt in der sichelförmig nach Europa gerichteten Nordwestspitze Afrikas aus.

Die Atlantikküste dagegen ist eine flache, kaum gegliederte Ausgleichsküste mit starkem Sandtransport und deshalb nur schlecht für Häfen geeignet. Landeinwärts folgen hier breitere Küstenebenen wie die Niederung des Sebou bei Kenitra und die weitläufige Küstenmeseta von Casablanca. Weiter zum Innern steigt das Gelände auf etwa 450 m ü. M. zum zentralen Teil der Marokkanischen Meseta an, einer weiten Tafellandschaft, die auch als Binnenmeseta oder Hochebene von Marrakesch bezeichnet wird. Sie besteht hauptsächlich aus schwach gewellten, steppenhaften Hochflächen, über die vereinzelt Inselberge aufragen.

Im Süden und Osten wird die Meseta von den markanten Gebirgszügen des Hohen und Mittleren Atlas umrahmt. Dieses gewaltige Faltengebirge wurde im Tertiär beim Zusammenstoß der afrikanischen mit der eurasischen Krustenplatte aus dem damaligen Sedimentationsbecken herausgehoben. Erdbeben wie das von Agadir im Jahre 1960 zeugen davon, dass die gebirgsbildenden Vorgänge in diesem Raum bis heute nicht abgeklungen sind. Das Atlasgebirge bildet gleichsam das morphologische Rückgrat des Landes und stellt sowohl eine naturräumliche als auch eine wirtschaftlich-kulturelle Barriere dar. Als wichtige Klimascheide trennt der Gebirgswall das atlantisch- mediterrane Marokko vom saharisch geprägten Landesteil.

Der Hohe Atlas erstreckt sich in leichtem Bogen über rund 800 km von Südwesten nach Nordosten. Mit seinen schroffen, gratigen Gebirgsformen und den steilen Gipfeln hat er Hochgebirgscharakter. Hier liegen die höchsten Erhebungen des gesamten Atlas-Gebirgssystems, ja ganz Nordafrikas, darunter auch der höchste Berg Marokkos, der Jabal Toubkal (4.167 m).

Nach Nordosten setzt sich der Hohe Atlas im niedrigeren algerischen Sahara-Atlas fort; im zentralen Marokko schließt sich, nördlich versetzt, auf über 300 km der Mittlere Atlas an. Dieser besitzt in seiner östlichen, steil zur Moulouya-Senke abfallenden Kette ebenfalls über 3.000 m hohe Gipfel, weist ansonsten jedoch eher Mittelgebirgsformen auf. Den nördlichen Abschnitt des marokkanischen Atlasgebirges bildet das bis zu 2.456 m hohe Rif, ein wildzerklüfteter Gebirgsbogen, der sich von der Straße von Gibraltar parallel zur Mittelmeerküste bis zur Mündungsebene des Moulouya erstreckt. Die Längsfurche zwischen dem Rif und dem Mittleren Atlas, die „Pforte von Taza“, ist das wichtigste west-östliche Durchgangstal Marokkos.

Östlich des Moulouya-Tals, das im nördlichen Marokko die montane von der transmontanen Region trennt, steigt das Gelände allmählich zu weiten, steppenhaften Plateaus an, die zum Hochland der Schotts in Algerien überleiten. Die Gebirgszüge südöstlich des Atlashauptkammes, der Anti-Atlas und seine östliche Fortsetzung Jabal Sarhro sowie der südlich parallel ziehende Jabal Bani, gehören ihrem Aufbau nach nicht mehr zu den tertiären Faltengebirgen, sondern sind Teil der alten afrikanischen Masse. Im Süden davon erstrecken sich Randlandschaften der Sahara, zu denen auch die Beckenregion des Tafilalt und die Senke des Draa gehören.

Im Gebiet der Westsahara folgen auf eine breitere Küstenebene bis über 350 m ansteigende, von Wadis zerschnittene und mit Dünen überzogene Sandsteinplateaus, die gleichfalls der Sahara zuzurechnen sind.

Klima

Das Klima Marokkos zeigt einen Übergang vom mediterran beeinflussten Nordwesten des Landes zum saharisch-kontinentalen Südosten und Süden. Der Hohe und Mittlere Atlas, die zusammen als eigener Klimaraum aufzufassen sind, bilden mit ihrem Hauptkamm die Klimascheide. Der nordwestliche Landesteil hat trockenheiße Sommer mit einer mittleren Augusttemperatur von 23 °C und mittleren Temperaturmaxima zwischen 26 °C (Casablanca) und 29 °C ( Tanger). Die Winter sind mild (Januarmittel 12 °C) und regenreich, wobei die Niederschlagsmengen nach Süden hin geringer werden (Tanger 900 mm, Agadir 200 mm Jahresniederschlag). Landeinwärts nimmt der mildernde Einfluss des Meeres rasch ab, so dass in der zentralen Meseta und im Atlasgebirge ausgeprägtes Kontinentalklima herrscht: In Marrakesch (Augustmittel 29 °C) können im Sommer 45 °C erreicht werden, während im Winter die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen können; an Niederschlag fallen kaum 250 mm. Dagegen bringen Steigungsregen an der Westabdachung der Gebirge zum Teil mehr als 1.000 mm Niederschlag pro Jahr, der über 1.000 m Meereshöhe in den Wintermonaten gewöhnlich als Schnee fällt. In den südlich des Atlas gelegenen Sahara-Randgebieten herrscht extrem trockenheißes Wüstenklima. Es fallen nur unregelmäßig Niederschläge, die selten 200 mm im Jahr erreichen, so dass Ackerbau lediglich in Oasen mit Bewässerung betrieben werden kann. Während der Sommermonate weht zeitweise der Schirokko, ein heißer, staubbeladener Wind aus der Sahara.

Flora und Fauna

Auch die Pflanzenwelt ist durch das Atlasgebirge zweigeteilt: Nordwestlich des Gebirges überwiegt der mediterrane Bewuchs, südöstlich davon die Wüstensteppe. Geschlossene Waldbestände mit Stein- und Korkeichen, Thujen, Atlaszedern und Aleppokiefern finden sich noch in den regenreichen Gebirgszonen und den westlichen Ebenen; sie bedecken nur etwa ein Zehntel der Landesfläche. Im südlichen Küstenbereich wachsen Arganien und Jujuben. Im übrigen hat der jahrhundertelange Raubbau die Mittelmeervegetation – soweit sie nicht Kulturflächen weichen musste – auf Baumheiden, Erdbeerbäume, Pistazien, Wacholderarten und Zwergpalmen reduziert. Oberhalb der Waldgrenze (bei 3.100 m) gibt es eine Stufe von Polsterpflanzen. Jenseits des Atlasgebirges ist Trockensteppenvegetation mit Büschelgräsern und Dornsträuchern vorherrschend; in der nordöstlichen Hochsteppe wächst das widerstandsfähige Halfagras. In den wenigen Oasen werden Dattelpalmen kultiviert.

Die wildlebenden Tiere haben sich in die dünnbesiedelten Gebiete Marokkos zurückgezogen; einige Arten, wie etwa der Wüstenluchs, sind vom Aussterben bedroht. Noch relativ häufig sind Berberaffen (Magots), Gazellen, Hyänen, Schakale und Wüstenfüchse ( Fenneks); auch Reptilien ( Eidechsen, Chamäleons, Schildkröten, Schlangen) kommen zahlreich vor. Vogelarten gibt es sehr viele, unter ihnen Störche, Zwergadler, Geier, Bussarde und Milane. Das Gebiet um den Jabal Toubkal im Hohen Atlas wurde 1942 zum Nationalpark erklärt.
thumbRund 20 % der Marokkaner sind arabischstämmig. Die Berber (etwa 80 % der Bevölkerung, davon knapp 60% arabisierte Berber) sind heute zumeist sesshafte Bauern. Nur eine Minderheit lebt noch als Nomaden oder halbnomadisch in abgelegenen Gebieten des Mittleren Atlas oder auf den Hochplateaus im Osten des Landes. Nordmarokko mit der alten Metropole Fes ist eher arabisch (34 % der Bevölkerung Araber, 25 % arabisierte Berber), Südmarokko und dessen Metropole Marrakesch eher berberisch (30 % der Bevölkerung Berber) geprägt. Es leben rund 60.000 Ausländer im Land, darunter vor allem Franzosen, Spanier, Italiener, Tunesier und Algerier. Im Gegenzug leben über eine Million Marokkaner in Frankreich und sind somit wichtige Vertreter des Islam in Frankreich.

Die Bevölkerungsverteilung Marokkos ist sehr ungleich. Zwei Drittel der Einwohner leben auf etwa einem Zehntel der Landesfläche im Nordwesten oder Westen. Ballungsgebiete sind die Küstengebiete im Norden und Nordwesten und das Sebou-Tiefland. Obwohl Marokko eine alte Stadtkultur besitzt, leben nur 57,4 % (2003) der Bevölkerung in Städten. Die Verstädterung schreitet langsamer voran, als in anderen afrikanischen Ländern. 32,9 % der Einwohner sind jünger als 15 Jahre (2003); die Gruppe der über 65-Jährigen beträgt lediglich 4,4 %. Die Lebenserwartung beträgt 69 Jahre (2003). Das Bevölkerungswachstum liegt (2003) bei 1,6 %.

Sprache

Die landesweite Amtssprache ist Arabisch. Von Marokkanern berberischer Abstammung werden auch diverse Berbersprachen ( Tachelhit, Tamazight, Ghomara, Tarifit, Senhaja de Srair und heute auch noch Judäo-Berberisch) gesprochen. Französisch wird im gesamten Land als Handels- und Bildungssprache benutzt. Im Norden Marokkos, der Westsahara und um Sidi Ifni wird zusätzlich Spanisch gebraucht.

Religion

Staatsreligion ist der Islam. Rund 99,8 % der Bevölkerung sind Muslime, davon 90 % Sunniten malikitischer Richtung. 69.000 Einwohner bekennen sich zum Christentum (meist Katholiken) und 8.000 zum Judentum.
Marokko liegt vom Pro-Kopf-Einkommen her in der mittleren Gruppe der afrikanischen Länder. Die Sozialversicherung umfasst Alters-, Hinterbliebenen- und Invalidenrenten. Auch Leistungen bei Krankheit, Schwangerschaft sowie Familienbeihilfen werden gewährt. Versichert sind allerdings nur Arbeitnehmer in Industrie und Handel, beziehungsweise Genossenschaftsmitglieder. Die Arbeitslosigkeit (2004 durchschnittlich 10,8 %) ist besonders unter Jugendlichen hoch. Viele männliche Jugendliche wandern daher in europäische Staaten aus. Um das Problem der Arbeitslosigkeit zu lösen, gehen staatliche Maßnahmen in Richtung „Marokkanisierung“, das heißt Verdrängung ausländischer Fachkräfte. Die Inflation lag 2004 durchschnittlich bei 1,4 %. Das Gesundheitswesen ist im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten recht gut entwickelt. Die medizinische Versorgung der Stadtbevölkerung ist allerdings wesentlich besser als die der Landbevölkerung. Knapp die Hälfte aller Ärzte praktiziert in Casablanca und Rabat. Hauptprobleme der Gesundheitsvorsorge sind die Bekämpfung der Durchfall- und Parasitenkrankheiten, der Malaria und teilweise noch der Mangelernährung. Allgemeine Schulpflicht besteht für 7- bis 13-Jährige, jedoch werden nur 55 % aller Kinder eingeschult. 37 % aller Männer und 62 % aller Frauen sind Analphabeten (2002). Das Schulsystem ist dreistufig: auf fünf Jahre Grundschulausbildung folgen in der Sekundarausbildung eine vierjährige Unterstufe und eine dreijährige Oberstufe. Daran schließt die Hochschulausbildung an. Universitäten befinden sich in Rabat, Casablanca, Oujda, Marrakesch, Ifrane und in Fes. Auf eine lange Tradition kann die islamische Al-Qarawiyin-Universität in Fes zurückblicken, die bereits 859 gegründet wurde.
{{Hauptartikel|Geschichte Marokkos}}

Antike

Bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. besiedelten Berber-Stämme das Gebiet des heutigen Marokko. Vom 12. Jahrhundert v. Chr. an gründeten die Phönizier an der Küste Handelsniederlassungen, darunter auch Karthago im Gebiet des heutigen Tunesien, das seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. Stützpunkte im Mittelmeerraum errichtete. Im Innern des Landes bildete sich wahrscheinlich schon im 4. Jahrhundert v. Chr. das Königreich Mauretanien heraus, das durch den Zusammenschluss mehrerer Berber-Stämme entstanden war.

Nach der Zerstörung Karthagos im Dritten Punischen Krieg 146 v. Chr. gerieten die Handelsniederlassungen an der Küste wie auch das Königreich Mauretanien unter römischen Einfluss. 33 v. Chr. wurde das Gebiet römisches Protektorat und schließlich 42 n. Chr. als Mauretania Tingitana mit der Hauptstadt Tingis (heute Tanger) und Mauretania Caesariensis mit der Hauptstadt Caesarea (heute Cherchell in Algerien) zu römischen Provinzen. Rom errichtete in der Folge zum Schutz gegen die im Gebirge und in der Sahara lebenden Berber-Stämme im Süden einen Grenzwall ( Limes).

Mittelalter

429 fielen die Vandalen in Nordafrika ein, konnten sich jedoch nur bis 477 in Tanger und Ceuta behaupten. Unter Kaiser Justinian I. (527-565) stießen oströmische Truppen bis zur Straße von Gibraltar vor, beschränkten aber ihre Herrschaft im heutigen Marokko ebenfalls auf diese beiden Städte und befestigten sie.

Um 700 erreichten die Araber bei ihren Vorstößen nach Westen die Gegend, begannen mit der Islamisierung der unterworfenen Bevölkerung und benannten sie nach dem arabischen Wort für Westen oder Sonnenuntergang „ Maghreb“: Al-Maghrib ist heute der offizielle Name Marokkos. Ein islamisierter Berber, Tariq ibn Ziyad, setzte dann 711 mit einer Reitertruppe von Ceuta über die Meerenge nach Spanien über und eroberte das Westgotenreich. Der Ort der Landung, der „Felsen des Tarik“ (arabisch: Jabal Tariq), trägt seinen Namen: Gibraltar.

Die Araber konnten den Widerstand in Nordafrika zunächst jedoch nicht brechen; gegen die Herrschaft der Kalifen kam es um 750 zu zahlreichen Berber-Aufständen. 789 begründete schließlich Mulay Idris als Idris I. die Dynastie der Idrisiden mit der Hauptstadt Fès. Das Reich war bis Ende des 10. Jahrhundert Zentrum des Islam in Nordafrika. Die von 1062 bis 1147 herrschenden Almoraviden, Angehörige einer Berber-Sekte aus dem Süden verlegten die Hauptstadt nach Marrakesch. Die Almohaden (1147 bis 1269) machten Marokko zum Herzstück eines Reiches, das sich von Sizilien im Osten über das Atlasgebirge bis weit nach Spanien hinein erstreckte. Die Herrschaft der folgenden Dynastie, der Meriniden, währte etwa 150 Jahre; die Hauptstadt Fès wurde zu einem Zentrum von Kunst und Wissenschaft. 1420 ergriffen die Wattasiden die Macht, gerieten in der Folge aber immer mehr unter den Druck europäischer Mächte. 1492 wurde die Rückeroberung Spaniens durch die Christen ( Reconquista) mit der Einnahme Granadas abgeschlossen.

Neuzeit

Vom Beginn des 16. Jahrhundert an hatten Portugiesen und Spanier begonnen, an der marokkanischen Küste Stützpunkte anzulegen; Spanien hatte bereits unmittelbar nach Abschluss der Reconquista Sidi Ifni und Melilla besetzt. Um 1520 kontrollierte Portugal alle wichtigen Atlantikhäfen des Landes. Unter der mächtigen Dynastie der Saadier entwickelten sich im 16. und 17. Jahrhundert Handelsbeziehungen zu den europäischen Staaten. Frankreich errichtete in den wichtigen Hafenstädten Konsulate.

Um 1669 ergriffen die Alawiden, die noch heute in Marokko herrschende Dynastie, die Macht. Sie befreiten in der Folge die meisten der von Spanien und Portugal besetzten Küstenstädte. Nur Ceuta, Melilla und Sidi Ifni blieben spanisch. Marokko war das erste Land, das die jungen USA im Jahre 1777 offiziell anerkannten. Die Moroccan-American Treaty of Friendship von 1783, die von US-amerikanischer Seite von John Adams und Thomas Jefferson unterzeichnet wurde, ist somit auch der längste ungebrochene Freundschaftsvertrag der USA mit einem anderen Staat.

Nach der Eroberung Algeriens ab 1830 versuchte Frankreich, seinen Einfluss auf Marokko weiter auszudehnen. 1843/44 kam es zum Krieg, der mit einer Niederlage der marokkanischen Truppen endete. In der Folge wurde Marokko zum Zankapfel der miteinander konkurrierenden europäischen Mächte.

Siehe auch: Liste der französischen Generalresidenten für Marokko thumbZu Beginn des 20. Jahrhundert kam es im Zuge dieser Entwicklung zu einer Konfrontation Frankreichs mit dem Deutschen Reich: Dieses versuchte, gegen den wachsenden französischen Einfluss in Marokko eigene wirtschaftliche und politische Interessen durchzusetzen. 1905 stattete Kaiser Wilhelm II. dem Sultan in Tanger einen demonstrativen Besuch ab. Dennoch stand das Deutsche Reich in der Konferenz von Algeciras 1906 mit seinen Ansprüchen isoliert da, und im Berliner Marokko-Kongo-Vertrag von 1911 musste es Marokko als französisches Einflussgebiet anerkennen.

Bereits ein Jahr später wurde das Land aufgeteilt in die Protektorate Französisch-Marokko und Spanisch-Marokko im Norden; die Stadt Tanger erhielt 1923 als Tanger-Zone internationalen Status. Formal blieb der Sultan Herrscher Marokkos.

Nach dem Ersten Weltkrieg erhoben sich immer wieder die Berber. Unter der Führung von Abd al-Karim brach 1921 in der spanischen Zone der Aufstand der Rif-Kabylen aus. Die Unruhen erfassten auch das französische Protektorat. Erst 1926 gelang es Frankreich und Spanien gemeinsam, den Aufstand niederzuschlagen. Unter Sultan Mohammed V. (1927 bis 1961), der im Zweiten Weltkrieg auf Seiten Frankreichs stand, konnte die arabisch-nationalistische Unabhängigkeitsbewegung an Einfluss gewinnen. 1944 konstituierte sich die „Partei der Unabhängigkeit“ (Al-hizb al-istiqlal).

Anfang der 50er Jahre kam es aufgrund der wachsenden Unabhängigkeitsbestrebungen zu Spannungen zwischen dem Sultan und der französischen Protektoratsverwaltung. Im August 1953 verbannten ihn die Franzosen nach Madagaskar und setzten seinen Onkel Muhammad Mulay ibn Arafah als Sultan ein. Daraufhin wurde das Land von einer Welle nationaler Empörung gegen die Fremdherrschaft erfasst. Frankreich und Spanien konnten ihre Protektoratsmacht nicht mehr aufrechterhalten. Muhammad V. kehrte zurück.

Siehe auch: Liste der Könige MarokkosSiehe auch: Liste der Premierminister von MarokkoDie volle Unabhängigkeit von Frankreich und Spanien erlangte das Land 1956. Lediglich die Enklaven Ceuta, Melilla und Sidi Ifni (bis 1969) blieben in spanischem Besitz. 1957 nahm Muhammad V. den Königstitel an. Nach seinem Tode 1961 folgte ihm sein Sohn als Hassan II. auf den Thron, der von Anfang an einen Kurs der Westorientierung mit starker Anlehnung an Frankreich und das Europa der späteren EG anstrebte. In der gesamtarabischen Politik bemühte er sich um eine Mittlerrolle. 1971/72 und 1983 misslangen Versuche, eine Republik zu errichten.

Siehe auch: Westsaharakonflikt1976 entließ Spanien seine Provinz Spanisch-Sahara (Westsahara) in die Unabhängigkeit. Mauretanien und Marokko teilten das Land kurzerhand unter sich auf. Kurz danach setzten die Kampfhandlungen zwischen der marokkanischen Armee und Einheiten der Frente Polisario (Volksbefreiungsbewegung der Westsahara) sowie Truppenteilen Algeriens ein, das die Polisario unterstützte. Diese rief die „ Demokratische Arabische Republik Sahara“ aus und gründete eine Exilregierung. 1979 schloss Mauretanien einen Friedensvertrag mit der Polisario und räumte seinen Anteil an der Westsahara. Daraufhin okkupierte Marokko das ganze Territorium. Seither tobte in der Westsahara ein blutiger Krieg, der Marokko stark belastete. Im August 1988 stimmten das in der Westsahara-Frage international zunehmend isolierte Marokko wie auch die Polisario dem Westsahara-Plan der Vereinten Nationen zu, der einen Waffenstillstand vorsah, sowie die Durchführung einer Volksabstimmung über das zukünftige Schicksal des okkupierten Territoriums. 1991 wurde ein Waffenstillstand vereinbart. Das Referendum wurde seither aber immer wieder verschoben, weil beide Seiten keine Einigung über die genaue Zahl der Stimmberechtigten erzielen konnten. Unterdessen betreibt Marokko eine umfassende Besiedlungspolitik in der Westsahara. Ein Großteil der westsaharischen Bevölkerung lebt in Flüchtlingslagern in Algerien.

Mit Spanien existieren noch ungelöste Territorialstreitigkeiten über die Exklaven Ceuta und Melilla sowie über die küstennahen Inseln Isla Perejil, Chafarinas, Alhucemas und Vélez de la Gomera. Die Souveränität Spaniens über die genannten Gebiete wird von Marokko nicht anerkannt. Der Streit eskalierte 2002, als ein winziges Kontingent marokkanischer Truppen die Isla Perejil besetzte. Ein spanisches Armeekommando überwältigte die marokkanischen Soldaten unblutig und repatriierte sie. Der Streit wurde dabei diplomatisch durch die Vermittlung der USA und der EU entschärft. Ungeachtet dieses kleinen Zwischenfalles gestaltet sich die praktische Zusammenarbeit spanischer und marokkanischer Behörden vor Ort ausgezeichnet, was beide Seiten stets offiziell beteuerten. Die US-amerikanisch-marokkanischen Beziehungen sind dagegen so gut, dass die USA Marokko im Juni 2004 den Status eines hauptverbündeten Alliierten außerhalb der NATO zuerkannten.

König Mohammed VI. (abgekürzt M6) setzt im April 2004 eine unabhängige nationale Kommission für Gleichheit und Versöhnung ein, die sich mit der Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen aus der Regierungszeit seines Vaters, König Hassans, befasst. Ab Dezember 2004 fanden öffentliche Anhörungen ehemaliger Gefangener statt, die auch im Radio und Fernsehen übertragen wurden. Um die Idee der nationalen Versöhnung nicht zu schädigen, wurden die Beschuldigten nicht beim Namen genannt. Hauptziel ist nicht die strafrechtliche Verfolgung der Täter, sondern die moralische Wiedergutmachung für die Opfer und ihre Familien. Die Lage der Menschenrechte bot dennoch Anlass zur Kritik. Die Organisation „ Reporter ohne Grenzen“ erhob zur selben Zeit schwere Vorwürfe gegen die Regierung wegen der Inhaftierung und Folterung von Journalisten. Außerdem waren im Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sowie von Casablanca (16. Mai 2003) und Madrid (2004) zwischen 2.000 und 7.000 Personen verhaftet worden. Deshalb startete im Mai 2005 ein neues Programm zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Slums, die als Hauptnährboden für islamistische Gewalt gelten.
Siehe auch: Politisches System Marokkos Gemäß der Verfassung von 1992, zuletzt geändert 1996, ist Marokko eine konstitutionelle Monarchie, deren derzeitiges Staatsoberhaupt seit dem 24. Juli 1999 König Mohammed VI. ist, der der Dynastie der Alawiden angehört. Er ist nicht nur weltliches, sondern auch geistliches Oberhaupt der marokkanischen Bevölkerung und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Der König ernennt nicht nur den Ministerpräsidenten, der in der Regel von der stärksten politischen Partei des Parlamentes vorgeschlagen wird, sondern auch einzelne Minister, und muss dem gesamten Kabinett zustimmen. Außerdem verfügt er über das Recht, jederzeit das Parlament auflösen zu können und den Ausnahmezustand zu verhängen. Im Vergleich zu europäischen Monarchen hat der marokkanische König weitergehende Kompetenzen, wobei jedoch in der Praxis der Ministerpräsident die politischen Tagesgeschäfte führt.

Derzeitiger Ministerpräsident ist seit September 2007 Abbas al-Fassi, Abkömmling einer reichen Familie aus Fes und Parteichef der Istiqlal Partei, der derzeit stärksten Partei im Parlament. Er führt eine Koalitionsregierung aus Istiqlal, UNFP, PPS, RNI, und MP, einer Kombination aus regierungstreuen und Oppositionsparteien an.

Parlament

Marokko verfügt seit der Verfassungsreform von 1996 über ein parlamentarisches Zweikammernsystem aus Nationalversammlung und Senat. Die Nationalversammlung besteht aus 325 alle fünf Jahre direkt gewählten Mitgliedern; 30 Sitze sind für Frauen reserviert. Es kann dem Ministerpräsidenten mit Zweidrittelmehrheit das Misstrauen aussprechen. Wahlberechtigt sind alle Marokkaner im Alter ab 20 Jahren. Der Senat besteht aus 270 alle neun Jahre indirekt gewählten Mitgliedern. Die vom Parlament verabschiedeten Gesetze bedürfen der Zustimmung des Monarchen. Dieser kann auch Gesetze zur Volksabstimmung vorlegen.

Die Parlamentswahlen vom 7. September 2007 erwiesen sich als relativ frei und fair, sind aber wegen der geringen Wahlbeteiligung als problematisch anzusehen. Nur 37% der Wahlberechtigten gaben ihre Stimmen ab, wovon sich noch einmal 19% als ungültige Stimmen erwiesen, ein historisches Tief. Stärkste Parteien wurden Istiqlal, PJD, MP, RNI und UNFP. Die islamisch-orientierte PJD ist zweitstärkste Partei im Parlament und gegenwärtig die größte Oppositionspartei.

Wahlen 2002

Nach den Wahlen vom 7. November 2002 führte der parteilose Driss Jettou, der vom König ernannt wurde, eine Koalitionsregierung an. Größte Parteien wurden 2002 die Union Socialiste des Forces Populaire (USFP) mit 50 Sitzen, die Parti Istiqlal (PI) mit 48, und die Parti de la Justice et du Developpement (PJD) mit 42 Sitzen.

52% aller Wahlberechtigten stimmten ab, 43% abzüglich der ungültigen Stimmen.

Sitzverteilung: Rassemblement National des Independants (RNI) 41, der Mouvement Populaire (MP) 27, der Mouvement National Populaire (MNP) 18, die Union Constitutionelle (UC) 16, die Parti National Democratique (PND) 12, die Front des Forces Democratique (FFD) 12, die Parti du Progres et du Socialisme (PPS) 11, die Union Democratique (UD) 10, die Mouvement Democratique et Social (MDS) 7, die Parti Socialiste Democratique (PSD) 6 und Sonstige 25 Sitze. Bei den Wahlen zum Senat 1997 gewann der RNI 42, die MDS 33, die UC 28, die MP 27, die PND 21, die PI 21, die USFP 16, die MNP 15, die Gewerkschaften 27 und Sonstige 40 Sitze.

Rechtssystem

Die Verfassung des Landes gewährt eine unabhängige Judikative. Das Rechtswesen orientiert sich weitgehend am französischen Vorbild. Im Familien- und Erbrecht gilt jedoch die Scharia, die modifiziert auch auf Andersgläubige angewandt wird. Für Juden gilt talmudisches Recht. Höchste juristische Instanz ist der Oberste Gerichtshof in Rabat. Dessen Richter werden vom König ernannt.

Außenpolitik

Marokko ist Mitglied der Vereinten Nationen, der Arabischen Liga und der Welthandelsorganisation ( WTO). Wegen der Aufnahme der Arabischen Demokratischen Republik Sahara (Westsahara) in die Afrikanische Union (AU) hat Marokko als einziger afrikanischer Staat seine Mitgliedschaft der AU, die Marokko mitbegründet hat, zurückgezogen.
thumb Das marokkanische Militär wurde 1956 nach der Unabhängigkeit von Frankreich und Spanien gegründet. Es ist heute in sechs Teile gegliedert. Répartition du Budget des Forces Armées Royales.
Teil: Personen Gründung
Königliche marokkanische Armee 175.000 1956
Königliche marokkanische Luftwaffe 13.500 1956
Königliche marokkanische Marine 11500 1960
Königliche marokkanische Gendarmerie 23.000 1956
Königlich marokkanische Schutztruppe 3000 1956
* Insgesamt 226 000 -
Das Militär kämpfte 1973 im Golan, nahm 1975 am Grünen Marsch teil und griff 1977 in den Shaba Konflikt zwischen Zaire und Angola ein. Es besteht heute eine allgemeine Wehrpflicht mit einer Dienstzeit von 18 Monaten. Die Masse des Personals sind Freiwillige. Die Militärausgaben beliefen sich im Jahr 2004 auf 2,0 Mrd. US $. Militär International - Marokko (Österreichs Bundesheer)
Im Rahmen eines Dezentralisierungsprogrammes wurden 1997 die Provinzen zu Regionen zusammengefasst. An der Spitze jeder Region steht ein vom König ernannter Gouverneur.

Region
Fläche
(in km²)
Einwohner
(2. Sep. 2004)
ProvinzEinwohner
(2. Sep. 2004)
Chaouia-Ouardigha7.0101.655.660 Ben Slimane199.612
Khouribga499.144
Settat956.904
Doukala-Abda13.2851.984.039 El Jadida1.103.032
Safi881.007
Fès-Boulemane19.7951.573.055 Boulemane185.110
Fès977.946
Moulay Yacoub150.422
Sefrou259.577
Gharb-Chrarda-Béni Hsen8.8051.859.540 Kénitra1.167.301
Sidi Kacem692.239
Grand Casablanca1.6153.631.061 Casablanca2.949.805
Médiouna122.851
Mohammedia322.286
Nouaceur236.119
Guelmim-Es Semara122.825462.410 Assa-Zag43.535
Es Semara60.426
Guelmim166.685
Tan-Tan70.146
Tata121.618
Laâyoune-Boujdour-Sakia El Hamra139.480256.152 Boujdour46.129
Laâyoune210.023
Marrakesch-Tensift-El Haouz31.1603.102.652 Al Haouz484.312
Chichaoua339.818
El Kelaâ des Sraghna754.705
Essaouira452.979
Marrakesch1.070.838
Meknès-Tafilalet79.2102.141.527 El Hajeb216.388
Errachidia556.612
Ifrane143.380
Khénifra511.538
Meknès713.609
Oriental82.9001.918.094 Berkane270.328
Figuig129.430
Jerada105.840
Nador728.634
Oujda-Angad477.100
Taourirt206.762
Oued ed Dahab-Lagouira50.88099.367 Aousserd20.513
Oued ed Dahab78.854
Rabat-Salé-Zemmour-Zaer9.5802.366.494 Khémisset521.815
Rabat1.627.932
Salé823.485
Skhirate-Témara393.262
Souss-Massa-Daraâ70.8803.113.653 Agadir-Ida ou Tanane487.954
Chtouka-Aït Baha297.245
Inezgane-Aït Melloul419.614
Ouarzazate499.980
Taroudannt780.661
Tiznit344.831
Zagora283.368
Tadla-Azilal17.1251.450.519 Azilal504.501
Béni Mellal946.018
Tanger-Tétouan11.5702.470.372 Chefchaouen524.602
Fahs-Anjra97.295
Larache472.386
Tanger-Asilah762.583
Tétouan613.506
Taza-Al Hoceïma-Taounate24.1551.807.113 Al Hoceïma395.644
Taounate668.232
Taza743.237
Oued ed Dahab-Lagouira, der größte Teil von Laâyoune-Boujdour und Teile von Guelmim-Es Semara bilden die Westsahara, deren Zugehörigkeit zu Marokko jedoch international nicht anerkannt ist.

Größte Städte

thumb Die größten Städte sind (Stand: Volkszählung vom 2. September 2008):
Casablanca: 3.133.684 Einwohner
Rabat: 1.722.860 Einwohner
Fès: 1.206.815 Einwohner
Marrakesch: 1.023.154 Einwohner
Agadir: 978.596 Einwohner
Tanger: 820.400 Einwohner
Meknes: 754.554 Einwohner
Oujda: 654.554 Einwohner
Tetouan: 554.554 Einwohner

:Siehe auch: Liste der Städte in Marokko
Die Stützen der marokkanischen Volkswirtschaft sind die Landwirtschaft und der Bergbau, aber es wird an einem Aufbau (der Infrastruktur der Fischindustrie) gearbeitet. Von größter Bedeutung ist die Phosphatgewinnung. Die zunehmende Verarbeitung der Rohphosphate in der eigenen Düngemittel- und Chemieindustrie steigert den Ausfuhrwert. Um die Industrialisierung auch in anderen Bereichen voranzutreiben, bemüht sich Marokko um die Ansiedlung ausländischer Investoren. Eine weitere Öffnung des Marktes wurde bereits angekündigt.

Marokko verfügt über eine marktwirtschaftlich orientierte Wirtschaftsordnung, die den Schutz des Eigentums, Gewerbe- und Niederlassungsfreiheit und Wettbewerb vorsieht. Zu Zeiten Hassans II. stellte Marokko einen Antrag zur Aufnahme in die EG, der jedoch abgelehnt wurde. Marokkos Ziel einer engeren Anbindung an die EU ist mit der Unterzeichnung eines Assoziationsabkommens mit der EU im Jahr 1996 (in Kraft getreten im Jahr 2000) ein Stück näher gerückt. Seit den späten 1980er Jahren bemüht sich das Königreich, seine Staatsbetriebe zu privatisieren, wobei bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt weniger als ein Viertel dieser staatlichen Unternehmen diesen Prozess durchlaufen hat. Erst vor Kurzem erlaubte Marokko ausländischen Kreditinstituten den Erwerb von Minderheitsbeteiligungen an marokkanischen Banken.

Mit den USA wurde eine Freihandelszone vereinbart. Das US-amerikanisch-marokkanische Freihandelsabkommen wurde im Juli 2004 vom US-Senat ratifiziert und wird, sobald es in Kraft tritt, den Handel für 95 % der Industrie- und Konsumgüter ohne Zölle ermöglichen und den Handel mit Agrargütern für beide Länder erheblich erleichtern. Für das Jahr 2010 ist auch die Verwirklichung einer Freihandelszone mit der EU geplant.

siehe: Liste der größten Unternehmen in Marokko

Bodenschätze, Energie

Marokko ist reich an Phosphat, etwa 75 % des weltweit geförderten Phosphats stammen aus Marokko. Daneben gibt es Vorkommen von Erdöl, Erdgas, Kohle, Salz, Eisenerz, Blei, Kupfer, Zink, Silber, Gold, Mangan, Nickel, Cobalt. Seinen Bedarf an Energie kann Marokko jedoch nur zu rund 13 % aus eigenen Mitteln decken. In der umstrittenen Westsahara sind ebenfalls große Mengen an Phosphat vorhanden, darüber hinaus wird das Vorkommen größerer Mengen an Erdöl und Erdgas vermutet.

Landwirtschaft

right Die Landwirtschaft Marokkos machte 2003 17 % am BIP aus, kann jedoch als wichtigster Wirtschaftssektor betrachtet werden, da hier 43,6 % der erwerbstätigen Bevölkerung beschäftigt sind. Landwirtschaftlich genutzt werden vor allem der Westen und Nordwesten Marokkos; rund 18 % der Landesfläche sind Ackerland. Umfangreiche Bewässerungskulturen finden sich in den Küstenebenen Rharb ( Sebou-Niederung) und Sous sowie bei Marrakesch und Fès; um weitere Flächen bewässern zu können, werden zusätzlich Staudämme gebaut. Die ungleiche Landverteilung zwischen den kleinen Bauern und den Großgrundbesitzern, die den größten Teil des Bodens bewirtschaften, konnte auch durch mehrere Agrarreformen kaum verändert werden. Angebaut werden Getreide ( Weizen, Gerste, Mais, Hirse, Reis), Hülsenfrüchte, Zuckerrüben, Datteln, Sonnenblumen, Erdnüsse, Oliven, Zitrusfrüchte (vor allem Orangen), Baumwolle, Wein, Mandeln, Aprikosen, Erdbeeren, Frühkartoffeln, Spargel, Artischocken und Tabak. Die Viehzucht in den Steppen der Meseta, im Osten des Landes und in den Gebirgen wird teilweise nomadisch betrieben ( Schafe, Ziegen, Rinder, Esel, Dromedare, Pferde, Geflügel). Rund 10 % des Waldbestandes sind Korkeichen; Marokko ist der drittgrößte Korkproduzent der Welt. Küsten- und Hochseefischerei an der Atlantikküste ( Sardinen und Schalentiere) sind bedeutend für den Export.

Auf einer Fläche von ca. 250.000 Hektar wird Cannabis angebaut, um Haschisch zu erzeugen, das in Europa einen Marktanteil von etwa 70 % besitzt. Vom Export, der etwa 3.000 Tonnen Haschisch pro Jahr umfasst, leben schätzungsweise 200.000 Bauern mit Familien.

Industrie

thumb Fès BIP erwirtschaftet, dort beschäftigt sind aber nur 19,7 % aller Erwerbstätigen. Die Industrie ist stark auf den Binnenmarkt ausgerichtet; ausländische Märkte gewinnen jedoch an Bedeutung. In der Nahrungsmittelindustrie herrschen die Zucker- und Ölerzeugung sowie die Herstellung von Obst-, Gemüse- und Fischkonserven vor. Günstig entwickelt haben sich Metall- und Kunststoffverarbeitung sowie Kraftfahrzeugindustrie und Montage von Elektrogeräten. Es gibt ferner eine bedeutende chemische Industrie, Zementproduktion und Erdölverarbeitung. Ein nach wie vor wichtiger Wirtschaftszweig ist das traditionelle Handwerk ( Teppiche, Leder-, Kupfer-, Gold- und Silberarbeiten).

Das größte Unternehmen Marokkos ist die Firma OCP mit Hauptsitz in Casablanca. OCP ist Weltmarktführer in der Phosphat- und Düngelmittel-Produktion.

Fischerei

Der Haupthandelspartner ist Europa, z.B. in der „Pulindustrie“, d.h. Nordseekrabben werden über eine holländische Firma zum Pulen nach Polen, Russland oder Marokko gebracht, weil das Pulen dort 20-mal billiger ist als in Deutschland das Maschinenpulen.

Die Jobs sind begehrt. Die Arbeiter, meist Frauen (30 % können lesen und schreiben) können etwa 150 Euro im Monat verdienen. Wenn die Krabben nach Deutschland zurückkommen, sind sie etwa drei Wochen alt.

Das Geld zur Modernisierung der Fischindustrie kommt von der EU. Sie zahlte für Fanglizenzen in den Jahren 1995–1999 ungefähr 250 Millionen Euro. Häfen wurden modernisiert, Fischereizentren und Forschungseinrichtungen wurden gebaut.

Dienstleistungen

Im Dienstleistungsbereich wurden 2003 54 % des BIP erwirtschaftet, wobei 36,7 % der Erwerbstätigen in diesem Sektor arbeiten. Marokko ist eines der bedeutendsten Reiseziele Nordafrikas und erwirtschaftet 10 % seiner Devisen durch den Tourismus. Etwa 80 % der Touristen, die Marokko besuchen, sind Europäer. Außer der vielfältigen Landschaft und den kulturellen Gegensätzen bietet Marokko eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten seiner orientalischen Geschichte.

Außenhandel

thumb Exportiert wurden 2004 Güter in einem Gesamtwert von 9,6 Mrd. US-$. Hauptexportgüter Marokkos sind Konsumgüter, die 37 % des Exportvolumens (davon 31 % Textilien) ausmachten. 27 % waren Halbwaren (8 % Phosphorsäure, 6 % Transistoren, 5 % Düngemittel), 16 % Nahrungsmittel, 8 % Investitionsgüter und 7 % Rohstoffe. Hauptabnehmer marokkanischer Güter sind Frankreich (33 %), Spanien (17 %), Großbritannien (8 %), Italien (5 %), die USA (4 %), Indien (4 %) sowie Deutschland und Brasilien (jeweils 3 %). Importiert werden nach Marokko jährlich Güter im Gesamtwert von 14,9 Mrd. US-$. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um industrielle Vorprodukte und Halbwaren (23 %), Konsumgüter (23 %), Investitionsgüter (21 %), Rohöl (9 %), Nahrungsmittel (9 %), Brennstoffe (7 %) sowie Tiere und Pflanzen (5 %). Hauptlieferanten dieser Importgüter sind Frankreich (18 %), Spanien (12 %), Italien (7 %), Deutschland (6 %), Russland (6 %), Saudi-Arabien (5 %) und die VR China (4 %).

Seine defizitäre Handelsbilanz kann das Land durch Überweisungen der im Ausland tätigen Marokkaner sowie durch steigende Einnahmen aus dem Tourismus teilweise ausgleichen. Allein in Europa leben ca. eine Million marokkanische Arbeitsemigranten, die durch ihre Überweisungen für eine Devisenzufuhr von etwa 2,2 Milliarden Euro sorgen, eine Summe, die die Einnahmen aus dem Tourismus oder dem Export von Phosphaten übersteigt und somit unerlässlich für Marokko ist.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 23,9 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 22,9 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 1,1 % des BIP. The World Factbook
Die Staatsverschuldung betrug 2009 49,7 Mrd. US-Dollar oder 54,1 % des BIP.2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:
Gesundheit:Fischer Weltalmanach. Fischer, Frankfurt, M. 2009, ISBN 978-3-596-72910-4. 5,3 %
Bildung: http://www.childinfo.org/files/MENA_Morocco.pdf Education statistics: Morocco. Auf childinfo.org 6,8 % (2005)
Militär: 5,0 % (2003)
Die Verkehrswege sind vor allem im Nordwesten gut ausgebaut, während südlich und östlich des Atlasgebirges Sandpisten vorherrschen. Das Straßennetz umfasst 62.000 km, ca. die Hälfte ist asphaltiert. Über 500 km sind Autobahnen. Im Bereich der Großstädte sind die Straßen zum Teil überlastet.

Die Eisenbahn wird von der staatlichen Organisation National des Chemins de Fer ( ONCF) durchgeführt. Das Rückgrat des Eisenbahnnetzes (1.907 Kilometer Streckenlänge{{cite web|url=http://www.oncf.ma/En/index.aspx?md=155&rb=219|title=Siehe Website der marokkanischen Eisenbahn ONCF, "Major Line trains"}}) bildet die Strecke von Oujda an der algerischen Grenze über Fes und Casablanca nach Marrakesch, von der mehrere Stichbahnen abzweigen. Über 1.000 km der Eisenbahn sind elektrifiziert. Es sind zwei TGV-Linien zwischen Tanger und Agadir und zwischen Casablanca und Oujda geplant, die bis zum Jahr 2030 in Betrieb gehen sollen{{cite web|url=http://www.oujdacity.net/oujda-article-8699-fr.html|title=Siehe www.oujdacity.net, "L'ONCF à l'heure du TGV", 16. Dezember 2007; eine schlechte deutsche Übersetzung ist verfügbar.}}. Im Schienengüterverkehr ist der Transport von Phosphat zu den Häfen am Atlantik mit etwa 27 Millionen Tonnen bedeutsam{{cite web|url=http://www.oncf.ma/En/Index.aspx?md=161&rb=632|title=Siehe Website der marokkanischen Eisenbahn ONCF, "Phosphate activity"}}.

Führender See- und internationaler Flughafen ist Casablanca. Daneben gibt es Flughäfen in Tanger, Rabat, Tétouan, Al Hoceïma, Fès, Oujda, Marrakesch, Ouarzazate, Essaouira und Nador. Der für den Tourismus wichtigste Flughafen ist Agadir. In Tanger entstand 2006–2007 eines der größten Hafenprojekte des Mittelmeerraumes, unter anderem ein Tiefwasser-Containerterminal.
* Liste der zum Weltkulturerbe gehörenden Stätten in Marokko
Nationalfeiertag ist der 30. Juli (Thronbesteigung des Königs).
Zellij

Literatur

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Film

Marokko gilt bis heute als beliebter Schauplatz für Historien- und Bibelverfilmungen. Viele namhafte Regisseure, darunter Ridley Scott ( Gladiator, Königreich der Himmel) und Franco Zeffirelli ( Jesus von Nazareth) haben hier ihre Filme gedreht. Auch wurde hier zwischen 1993 und 2001 die 13-teilige TV-Serie Die Bibel produziert. Viele der Einwohner von Ouarzazate, Aït-Ben-Haddou und der unmittelbaren Umgebung sowie deren Familien existieren allein durch diese Filmindustrie, da sie bei der Produktion oft für die authentische Komparserie sorgen.

Sport

Die höchste marokkanische Fußballliga ist das Groupement National de Football (GNF 1).
* Stephen O. Hughes: Morocco Under King Hassan. Ithaca Press, Reading 2001.
Richard Pennell: Morocco Since 1830: A History. Hurst&Co, London 2000.
John Waterbury: The Commander of the Faithful: The Moroccan Elite: A Study in Segmented Politics. Weidenfeld and Nicolson, London 1970.
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Aktuelles Wetter
Mitnahmeempfehlungen
Das Tragen einer Kopfbedeckung und einer Sonnenbrille ist sehr wichtig. Schichtenprinzip bei der Bekleidung mit genügend warmen Schichten ist besonders wichtig, da es von Minusgraden im Atlasgebirge, oder in der Früh in der Wüste bis großer Hitze alle Klimastufen an einem einzigen Tag haben kann. Durch die Schichten hat man dann eine gute Regulierungsmöglichkeit. Ein guter Schlafsack mit einem Komforttemperaturbereich bis minus 5 °C ist ganz besonders wichtig! Wasser zum Waschen ist fast immer vorhanden, manchmal aber sparsam zu verwenden. Hier erleichtern Feuchttücher das Reinigen der Hände und des Gesichtes. Bitte IMMER eine Kopfbedeckung tragen: Ein Sonnenstich ist äußerst unangenehm! (Anzeichen: Übelkeit, Fieber, etc....) Fast bei jeder Gruppe gibt es leider TeilnehmerInnen, die unsere Warnungen diesbezüglich nicht ernst nehmen und dann Beschwerden durch die ungewohnt starke Sonne bekommen. Deshalb noch einmal: BITTE wandern Sie nicht ohne Kopfbedeckung in der Wüste!

Liegematte:

Sie bekommen von uns vor Ort eine ca. 5cm dicke Schaumstoffmatratze mit Baumwollüberzug zur Verfügung gestellt. Eine eigene Liegematte ist daher nicht erforderlich.

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